Fast-Fashion-Riese Shein muss Pariser Kaufhaus verlassen
Nur wenige Monate nach der umstrittenen Eröffnung eines Ladenbereichs des chinesischen Modeunternehmens Shein im Pariser Traditionskaufhaus BHV Marais trennt sich das neue Management von dem Onlinehändler. Die Zusammenarbeit werde beendet, teilte die Leitung des Geschäfts mit, die das Kaufhaus vom derzeitigen Besitzer SGM übernimmt. Ein genaues Datum für den Auszug wurde nicht genannt. Der französischen Zeitung Le Parisien zufolge soll Shein jedoch bis zum Jahresende das Kaufhaus verlassen haben.
Strategischer Fehler des neuen Managements
Das neue Management bezeichnete die Partnerschaft mit Shein als strategischen Fehler. Unter großem Andrang und Protesten war im November 2025 der erste stationäre Ladenbereich des Onlinehändlers im BHV Marais eröffnet worden. Es folgten weitere in anderen BHV-Warenhäusern. Nun will sich das Kaufhaus wieder stärker auf sein Kerngeschäft mit Artikeln rund um das Haus konzentrieren. Auf Shein ging die Mitteilung nicht näher ein.
Ausbleibende Kundschaft und abgewanderte Marken
Französischen Medienberichten zufolge hatten mehrere Marken dem Kaufhaus nach dem Einzug von Shein den Rücken gekehrt. Zuvor habe es jedoch bereits Zahlungsausfälle und -verzögerungen gegeben. Auch die erhoffte Kundschaft sei teilweise ausgeblieben, schrieb Le Parisien. Die Kooperation mit dem Fast-Fashion-Anbieter hatte von Anfang an für Kontroversen gesorgt.
Frankreich verhängt Millionenstrafe gegen Shein
Erst Anfang Juni 2026 hatte Frankreich gegen Shein eine Strafe in Höhe von 22 Millionen Euro verhängt. Grund waren Verstöße gegen das Widerrufsrecht und fehlende Informationen für Verbraucher. Die Behörde warf dem Online-Riesen vor, dass Verkaufsbestätigungen ohne Preis, Datum, Lieferzeitraum, Informationen zum Verkäufer, zur Garantie und zum Widerrufsrecht versandt worden seien. Zudem sei das Widerrufsrecht nicht eingehalten worden, und Verbraucher hätten nicht unter den vorgesehenen Bedingungen vom Verkauf zurücktreten können. Auch habe Shein nicht ausreichend Informationen zu Umweltstandards wie Mikroplastik geliefert.
Shein kündigt Einspruch an
Ein Sprecher von Shein erklärte, das Unternehmen werde die Strafe anfechten. Es sei kein Schaden für Verbraucher ersichtlich, und eine solch hohe Sanktion sei nicht zu rechtfertigen. Bereits im Vorjahr hatte Frankreich Shein eine Strafe von 40 Millionen Euro wegen Täuschung bei Preisnachlässen auferlegt.



