Tarifabschluss für Beschäftigte der Länder: 5,8 Prozent mehr Gehalt in drei Schritten
Für die gut 925.000 Tarifbeschäftigten in Kitas, Universitätskliniken oder Behörden der deutschen Länder steht ein neuer Tarifvertrag fest. Nach langwierigen Verhandlungen einigten sich die Gewerkschaften Verdi und der Beamtenbund dbb mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) auf eine Gehaltserhöhung von insgesamt 5,8 Prozent. Der Durchbruch gelang erst in der Verlängerung der Gespräche, die sich bis in die Nacht zum Samstag hinzogen.
Details des Tarifvertrags und Laufzeit
Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 27 Monaten und gilt bis zum 31. Januar 2028. Damit sind weitere Warnstreiks oder gar ein unbefristeter Streik vorerst vom Tisch. Die Erhöhung soll in drei Schritten erfolgen und mindestens 100 Euro monatlich ausmachen, während Nachwuchskräfte sogar 150 Euro mehr erhalten. Zudem werden die Arbeitsbedingungen in Ostdeutschland an die West-Regelungen angeglichen, insbesondere beim Kündigungsschutz und der Verringerung der Arbeitszeit an den Unikliniken in Rostock, Greifswald und Jena.
Schwierige Verhandlungen und umfangreiches Gesamtpaket
Verdi-Verhandlungsführer Frank Werneke bezeichnete die Verhandlungen mit den Ländern als „so schwierig wie lange nicht mehr“. Ursprünglich forderten die Gewerkschaften sieben Prozent mehr Einkommen, mindestens 300 Euro im Monat, sowie Verbesserungen für Schichtbeschäftigte, Azubis und einen eigenen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte. Die TdL hatte ihr Angebot zuletzt auf „mehr als fünf Prozent“ beziffert, während die Gewerkschaften eine kürzere Laufzeit von zwölf Monaten anstrebten. Letztlich setzten sich die Arbeitgeber in vielen Punkten durch, doch erreichten die Gewerkschaften ein Niveau, das dem Tarifvertrag für Beschäftigte im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen aus dem Vorjahr entspricht.
Auswirkungen und betroffene Gruppen
Der Abschluss betrifft nicht nur die rund 925.000 Tarifbeschäftigten, sondern wird voraussichtlich auch auf die mehr als 1,3 Millionen Beamten und Pensionäre übertragen, sodass insgesamt etwa 2,2 Millionen Menschen profitieren. Dazu zählen Beschäftigte in Straßenmeistereien, Universitätskliniken, Gefängnissen, IT-Fachkräfte, Tierpfleger, Erzieherinnen und Lehrkräfte. Die Gespräche hatten Anfang Dezember begonnen und waren von wiederholten Warnstreiks begleitet worden, die nun beendet sind.
Hintergrund und weitere Entwicklungen
Die Verhandlungen gestalteten sich äußerst komplex, mit intensiven Beratungen hinter verschlossenen Türen in Potsdam. Für die Gewerkschaften war ein schlechterer Abschluss als im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen unannehmbar, da dort im Vorjahr ebenfalls 5,8 Prozent Erhöhung erreicht worden waren. Dieser neue Tarifvertrag markiert einen wichtigen Schritt zur Stabilisierung der Arbeitsbedingungen und Einkommen im öffentlichen Sektor der Länder.



