Verdi-Streik legt Dessau-Roßlau lahm: Vier Tage kein ÖPNV im Tarifkonflikt
Verdi-Streik: Vier Tage kein ÖPNV in Dessau-Roßlau

Verdi-Streik legt Dessau-Roßlau lahm: Vier Tage kein ÖPNV im Tarifkonflikt

In Dessau-Roßlau wird der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ab Donnerstag, dem 19. März, für volle 96 Stunden komplett zum Erliegen kommen. Die Gewerkschaft Verdi hat am Dienstag zu einem umfangreichen Warnstreik aufgerufen, der bis Sonntag, den 22. März, andauern soll. Damit werden Busse und Straßenbahnen in der Stadt für vier Tage stillstehen, was bereits der zweite massive Ausfall innerhalb weniger Wochen ist.

Tarifverhandlungen gescheitert: Verdi spricht von Provokation

Die erneuten Tarifverhandlungen zwischen Verdi und dem Kommunalen Arbeitgeberverband sind am Dienstag ergebnislos abgebrochen worden. Aus Sicht der Gewerkschaft stellt ein von der Arbeitgeberseite vorgelegtes Papier kein verhandlungsfähiges Angebot dar. Verdi wertete dieses Dokument sogar als „Provokation“ und kritisierte, dass es lediglich marginale Verbesserungen bei einzelnen Zuschlägen und für Auszubildende enthalte.

Der Kommunale Arbeitgeberverband wies diese Vorwürfe umgehend zurück und bezeichnete die Haltung der Gewerkschaft als „Verweigerungsstrategie“. Die Arbeitgeber hatten zuvor von einem „umfangreichen Entlastungsangebot“ gesprochen, was Verdi jedoch entschieden zurückwies.

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Kernforderung: 35-Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich

Im Zentrum des Streits steht die Forderung von Verdi nach der Einführung einer 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich für die Beschäftigten im ÖPNV. Zusätzlich verlangt die Gewerkschaft deutlich höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Die Arbeitgeberseite rechnet vor, dass eine Absenkung der Wochenarbeitszeit um drei Stunden einer Entgelterhöhung von über acht Prozent entsprechen würde oder zu 21 weiteren bezahlten arbeitsfreien Tagen führen könnte.

Torsten Ceglarek, Vorsitzender des Fachausschusses Nahverkehrsbetriebe und langjähriger Geschäftsführer der Dessauer Verkehrs GmbH, äußerte sich in einer Pressemitteilung kritisch: „Fast alle unserer Kunden haben keine 35-Stunden-Woche. Viele arbeiten 39 Stunden und mehr in der Woche. Sie alle sollen künftig mehr bezahlen für diesen Arbeitszeitluxus, den die Gewerkschaft für den ÖPNV fordert.“

Wiederholter Ausfall: Bereits Ende Februar stand alles still

Dies ist bereits der zweite massive Warnstreik in Dessau-Roßlau innerhalb kurzer Zeit. Ende Februar hatte Verdi bereits zu einem zweitägigen Ausstand aufgerufen, der damals ebenfalls den gesamten Nahverkehr lahmlegte. Die aktuelle Eskalation unterstreicht die verhärteten Fronten im Tarifkonflikt und lässt wenig Hoffnung auf eine schnelle Einigung aufkommen.

Für die Bürgerinnen und Bürger in Dessau-Roßlau bedeutet der Streik erhebliche Einschränkungen im Alltag. Reisende und Pendler müssen sich auf alternative Verkehrsmittel einstellen oder ihre Wege komplett umplanen. Die vier Tage Stillstand werden voraussichtlich zu spürbaren Beeinträchtigungen im Stadtleben führen.

Die Gewerkschaft Verdi betont, dass der Streik notwendig sei, um Druck auf die Arbeitgeber auszuüben und faire Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Ob weitere Verhandlungen in naher Zukunft stattfinden werden, ist derzeit unklar. Beobachter rechnen mit einer anhaltenden Auseinandersetzung, die den ÖPNV in der Region weiter belasten könnte.

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