Work-Life-Balance-Wahn: Wann wird die eigene Arbeit zur reinen Zumutung?
Work-Life-Balance-Wahn: Wann wird Arbeit zur Zumutung?

Work-Life-Balance-Wahn: Wann wird die eigene Arbeit zur reinen Zumutung?

Früher, in den Tagen vor dem Schulabschluss, durchblätterte man dicke, prall gefüllte Bücher mit unzähligen Ausbildungs- und Studiengängen. Millionen von Möglichkeiten taten sich auf, die akribisch geprüft, mit Familie, Freunden und Mitschülern diskutiert und tief im Inneren abgewogen wurden. Schließlich verbringt man mindestens acht Stunden täglich mit Arbeit, über viele Jahre hinweg. Diese Jahre sollten unterm Strich nicht nur Broterwerb sein, sondern Spaß machen und das Herz erfreuen.

Von der Berufung zum reinen Broterwerb

Damals zählte nicht allein das Gehalt, sondern die Berufung: Was kann ich? Was liegt mir? Was macht mir Freude? Wenn man nach der Schule richtig gewählt hatte, war es auch in Ordnung, wenn der Feierabend mal länger auf sich warten ließ. Heute hallt dagegen der Ruf nach Work-Life-Balance lauter als ein Sirenengeheul. Arbeit wird oft nicht mehr als Berufung, sondern als Folter verstanden, der Lohn als Schmerzensgeld.

Ist das traurig? Ja. Ist das auch bitter? Absolut. Es wirkt, als hätte Geldgier den Takt vorgegeben und nicht die Leidenschaft, als stünde der Kontostand höher im Kurs als der Stolz auf das, was man tut. Als ginge es nur noch darum, möglichst wenig zu geben und möglichst viel herauszuholen.

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Die Suche nach einer ehrlichen Balance

Dabei sollte es doch im Kern darum gehen, im Leben einen Platz zu finden, an dem man nicht nur sich selbst bereichert, sondern bestenfalls auch eine Bereicherung für andere ist. Vielleicht wäre genau das die ehrlichere Balance: eine Arbeit, die sowohl Erfüllung bringt als auch Raum für das Privatleben lässt. Die Diskussion um Work-Life-Balance darf nicht dazu führen, dass Arbeit grundsätzlich als Zumutung betrachtet wird, sondern sollte Anlass sein, die Arbeitsbedingungen und -inhalte kritisch zu hinterfragen.

In einer Zeit, in der der Arbeitsmarkt sich wandelt und neue Prioritäten gesetzt werden, ist es wichtig, den Wert von Berufung und Leidenschaft nicht aus den Augen zu verlieren. Nur so kann eine nachhaltige Balance entstehen, die sowohl dem Einzelnen als auch der Gesellschaft dient.

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