20-Milliarden-Deal: Kanada bestellt deutsche U-Boote – Historischer Rüstungsauftrag
20-Milliarden-Deal: Kanada kauft deutsche U-Boote

Die kanadische Regierung hat bei thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) mehrere U-Boote im Wert von rund 20 Milliarden Euro bestellt. Es handelt sich um einen der größten Rüstungsexportaufträge in der Geschichte der Bundesrepublik. Der Deal umfasst die Lieferung moderner konventioneller U-Boote der Klasse 212CD, die als besonders leise und schwer ortbar gelten.

Historischer Auftrag für die deutsche Industrie

Der Auftrag sichert Tausende Arbeitsplätze in Deutschland, insbesondere an den TKMS-Standorten Kiel und Emden. Bundeskanzler Olaf Scholz bezeichnete den Deal als „ein starkes Signal für die deutsch-kanadische Partnerschaft und die Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie“. Auch Verteidigungsminister Boris Pistorius hob die strategische Bedeutung hervor: „Dieser Auftrag zeigt, dass deutsche Rüstungstechnologie weltweit gefragt ist.“

Politische und wirtschaftliche Bedeutung

Der U-Boot-Deal ist nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch bedeutsam. Kanada stärkt mit der Bestellung seine marine-technologischen Fähigkeiten im Rahmen der NATO. Die U-Boote sollen ab 2035 ausgeliefert werden und die kanadische Pazifik- und Atlantikflotte modernisieren. Experten sehen darin auch ein Zeichen für die Vertiefung der transatlantischen Sicherheitskooperation.

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Die Bestellung umfasst insgesamt vier U-Boote, mit einer Option auf zwei weitere. Der Gesamtwert könnte damit auf bis zu 30 Milliarden Euro steigen. TKMS-Chef Oliver Burkhard sprach von einem „Meilenstein für unser Unternehmen und für die deutsche Marineindustrie“. Der Auftrag werde die Auslastung der Werften über Jahrzehnte sichern.

Reaktionen aus Politik und Wirtschaft

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) begrüßte den Auftrag als „wichtigen Impuls für den Exportsektor“. Auch die IG Metall zeigte sich zufrieden: „Dieser Deal sichert hochqualifizierte Arbeitsplätze in einer Schlüsseltechnologie.“ Kritik kam hingegen von der Friedensbewegung, die eine weitere Aufrüstung ablehnt. Die Bundesregierung betonte jedoch, dass der Export mit strengen Auflagen verbunden sei und die U-Boote nicht in Konfliktzonen eingesetzt werden dürften.

Technologische Spitzenleistung

Die U-Boote der Klasse 212CD gelten als die leisesten konventionellen U-Boote der Welt. Sie sind mit einem Brennstoffzellen-Antrieb ausgestattet, der eine wochenlange Tauchfahrt ohne Auftauchen ermöglicht. Die Kanadier hatten sich nach einem intensiven Auswahlverfahren gegen Angebote aus Frankreich und Spanien für das deutsche Modell entschieden.

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