Andritz streicht 500 weitere Stellen bei deutscher Tochter Schuler
Andritz baut 500 Stellen bei deutscher Tochter ab

Der österreichische Maschinen- und Anlagenbauer Andritz streicht im laufenden Jahr rund 500 weitere Stellen bei seiner deutschen Tochter Schuler. Dies gab Konzernchef Joachim Schönbeck in einem Interview mit Reuters bekannt. Grund sei die anhaltende Schwäche der Automobilindustrie, die zu einer geringeren Nachfrage nach Pressenanlagen führe.

Stellenabbau bei Schuler setzt sich fort

Bei dem Göppinger Pressenhersteller, der die Autoindustrie mit Anlagen zur Metallumformung und Batterieproduktion beliefert, sind in den vergangenen fünf Jahren bereits mehr als 2000 Stellen weggefallen. Nun sollen weitere 500 Stellen folgen. Randbereiche wie der Werkzeugbau und Pilotproduktionen werden voraussichtlich eingestellt. Ziel sei eine Aufstellung, die auch bei geringerem Marktvolumen sehr profitabel agieren könne.

Schönbeck betonte, dass die Profitabilität zwar steige, man aber noch nicht dort sei, wo man sein möchte. Im Bereich Metals, zu dem Schuler gehört, soll die operative Rendite (Ebita-Marge) bis 2027 von 6,1 auf 7,0 Prozent steigen.

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Hoffnung auf Besserung der Marktlage

Der Konzernchef zeigte sich vorsichtig optimistisch: „Wir haben durchaus die Hoffnung, dass sich gegen Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres die Marktlage wieder etwas bessern wird und die Investitionsneigung etwas zunehmen wird.“ Langfristig werde sich die Elektromobilität auch in Europa durchsetzen, sobald die Fahrzeuge günstiger würden und sich die Reichweitenproblematik löse. Statt staatlicher Kaufprämien forderte Schönbeck niedrige Strompreise, weniger Bürokratie und mehr Vertrauen in Marktkräfte.

Wasserkraftgeschäft als Wachstumsmotor

Rückenwind erhält Andritz derzeit aus dem Wasserkraftgeschäft, wo das Unternehmen das stärkste Wachstum erwartet. Die Umstellung auf erneuerbare Energien und die Dekarbonisierung der Wirtschaft seien ein Trend, der unumkehrbar sei. Auch der steigende Strombedarf durch Rechenzentren sorge für zusätzliche Nachfrage. Hoffnungen setzt Andritz zudem auf neue Technologien wie grünen Wasserstoff, E-Fuels oder die CO2-Abscheidung.

Positives Fazit zum Börsenjubiläum

Zum 25-jährigen Börsenjubiläum zog Schönbeck eine positive Bilanz: Seit dem Börsengang habe sich der Umsatz verachtfacht und die Belegschaft versiebenfacht. Die Gesamtrendite für Aktionäre liege bei über 6000 Prozent. Einen Wechsel an einen anderen Börsenplatz schloss er aus: „Wir schätzen den Börsenplatz in Wien sehr und fühlen uns dort wohl.“

Protektionismus als größtes Risiko

Als größtes Risiko für das Geschäftsmodell von Andritz bezeichnete Schönbeck die Abschottung des Welthandels. „Der grassierende Protektionismus“ stelle die größte Gefahr dar. Das Geschäftsmodell basiere auf dem Export von Gütern und Dienstleistungen: „Wir sind auf den freien Handel angewiesen.“ Gegen geopolitische Risiken sei man vergleichsweise gut gewappnet. Die Lieferketten seien seit der Corona-Pandemie stärker lokalisiert worden, und Energiekosten machten weniger als ein Prozent der Gesamtkosten aus.

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