Autozulieferer Bayrak meldet Insolvenz an: 400 Jobs in Gefahr
Bayrak insolvent: 400 Jobs bedroht

Der Autozulieferer Bayrak aus Rehburg-Loccum hat erneut Insolvenz angemeldet. Wie das Amtsgericht Syke mitteilte, wurde von der Bayrak Technik GmbH die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Betroffen sind nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters mehr als 400 Beschäftigte: 277 am Standort Rehburg-Loccum im Landkreis Nienburg/Weser und weitere 147 im hessischen Gedern bei Frankfurt am Main.

Kunden sichern vorerst die Löhne

„Beide Betriebe werden aktuell durch Unterstützungszahlungen der Kunden fortgeführt“, erklärte der vorläufige Insolvenzverwalter Manuel Sack auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Die Vergütungsansprüche der Belegschaft werden durch Kundenmittel finanziert.“ Er suche nun nach einem Investor für das Unternehmen. Der Prozess laufe bereits. „Mit ersten Interessenten haben bereits Gespräche stattgefunden.“

Umsatzeinbruch als Auslöser

Grund für die Insolvenz waren laut Sack hohe Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit Standortverlagerungen und -schließungen sowie unerwartete Umsatzrückgänge Ende 2025 und Anfang 2026. Dies habe „2026 die (erneute) Liquiditätskrise ausgelöst“. Das Unternehmen befinde sich bereits seit längerem in einer Schieflage. Erst im Oktober 2025 hatte Bayrak ein 2024 eingeleitetes Schutzschirmverfahren verlassen, „das nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnte“, so der vorläufige Insolvenzverwalter. „Die Schieflage besteht folglich schon seit längerer Zeit.“

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Vierte Insolvenz in fünf Jahren

Das Unternehmen war 2023 aus dem insolventen Autozulieferer Rüster hervorgegangen. Die türkische Bayrak Lastik hatte den Betrieb mit damals noch vier Standorten und 600 Beschäftigten übernommen. „Trotz Eigentümerwechsels haben die Maßnahmen in der letzten Insolvenz nicht zu der angestrebten Stabilisierung des Standortes und zur nachhaltigen Sicherung der Arbeitsplätze in Rehburg-Loccum geführt“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Holger Grau laut einer Mitteilung. Laut der Gewerkschaft IGBCE ist es nun bereits die vierte Insolvenz des Betriebs innerhalb von fünf Jahren.

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