Berlin Tennis Open: Wimbledon-Hilfe sichert Zukunft nach Unwetter-Chaos
Berlin Tennis Open: Zukunft gesichert durch Wimbledon-Hilfe

Ein heftiges Unwetter hat am Sonntag die Tennisanlage des LTTC Rot-Weiß in Berlin-Grunewald für Stunden lahmgelegt. Das für 12 Uhr geplante Einzelfinale zwischen Jessica Pegula (USA) und Linda Noskova (Tschechien) musste verschoben werden, die Anlage wurde zwischenzeitlich geräumt. Dennoch blicken die Veranstalter der Berlin Tennis Open optimistisch in die Zukunft: Turnierdirektor Markus Zoecke kündigte bei der Abschlusspressekonferenz an, dass man die Zuschauerkapazitäten deutlich erhöhen wolle. Dabei setzt das Turnier weiterhin auf die Unterstützung aus Wimbledon, die als entscheidend für den Erfolg gilt.

Wetterkapriolen und Notfallplan

Am Sonntagmittag verwandelte ein gewaltiger Schauer das Steffi-Graf-Stadion in eine Seenlandschaft. Die Organisatoren aktivierten einen mit den Behörden abgestimmten Notfallplan: „Die Besucher wurden in dem umliegenden Auerbachtunnel sowie im S-Bahnhof Grunewald untergebracht“, erklärte Pressesprecher Claus Frömming. Journalisten mussten im Medienzentrum ausharren. Ursprünglich war der Center Court mit 5000 Zuschauern ausverkauft gewesen; insgesamt besuchten knapp 40.000 Menschen das neuntägige Event.

Trotz der widrigen Umstände zeigte sich Zoecke zufrieden: „Die Dinge, die wir unter Kontrolle hatten, haben wir gut gemacht.“ Ärgerlich sei lediglich gewesen, dass der neue zweite Haupteingang in den ersten beiden Tagen wegen des Eichenprozessionsspinners nicht genutzt werden konnte. Auch der Regen am Qualifikationswochenende und ein nächtlicher Feueralarm im Spielerinnenhotel Waldorf Astoria trübten die Stimmung nur kurzzeitig.

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Wimbledon als verlässlicher Partner

Jamie Baker, Turnierdirektor der All England Championships, besuchte die Anlage und signalisierte langfristiges Engagement. Der Vertrag mit Perfect Match läuft bis 2030, zwei Jahre vor Ablauf wird neu verhandelt. Baker zufolge müsste „schon viel schieflaufen“, damit die Unterstützung aus London nicht fortgesetzt werde. Co-Founder Vjeko Curic betonte: „Ohne Wimbledon wäre es schwierig, wenn nicht gar unmöglich, so ein Event zu veranstalten.“

Ausbaupläne und Zukunftsvisionen

Zoecke sieht noch „viel Potenzial“ bei den Zuschauerkapazitäten. In diesem Jahr wurden zusätzliche Plätze für 400 Fans geschaffen – nur ein „Zwischenschritt“. Geprüft werde, ob die alte Tribüne aus Steffi-Graf-Zeiten reaktiviert werden könne, um weitere 2000 Menschen auf dem Center Court Platz zu bieten. Die Verbindung zum Berliner Senat sei „nie besser gewesen“, so Zoecke: „Wir sind sehr zufrieden mit der Unterstützung.“

Stars fühlen sich wohl

Andrea Petkovic, ehemalige deutsche Topspielerin und „Director of Excitement“, berichtete, dass sich die Spielerinnen sehr wohlgefühlt hätten. Serena Williams sei „sehr traurig“ gewesen, nur ein Spiel bestritten zu haben, während Coco Gauff bis zum Finaltag in der Stadt blieb, um auf dem Rasen zu trainieren. Laut Petkovic gibt es diese Bedingungen auf Rasen „bei keinem anderen Turnier“.

Am Sonntagnachmittag mussten die Verantwortlichen jedoch zunächst die Folgen des Unwetters bewältigen: Knöchelhohe Pfützen und überflutete Stromkabel führten zu einer stundenlangen Sperrung des Geländes, was bei einigen Besuchern für Unmut sorgte. Regierender Bürgermeister Kai Wegner, der das Finale nicht besuchte, hatte mit seiner Absage letztlich alles richtig gemacht.

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