Nach langem Ringen ist der Weg für neue S-Bahn-Züge in Berlin frei: Der Zuschlag kann an Siemens, Stadler und die S-Bahn Berlin gehen. Das gab die zuständige Vergabestelle am Freitag bekannt. Die Ausschreibung umfasst die Lieferung von insgesamt 1.500 neuen Waggons sowie die Instandhaltung über einen Zeitraum von 30 Jahren. Das Gesamtvolumen wird auf rund 4 Milliarden Euro geschätzt.
Hintergrund der Vergabe
Die Berliner S-Bahn hatte die Ausschreibung im Jahr 2024 gestartet, nachdem die bestehenden Fahrzeuge zunehmend in die Jahre gekommen waren. Die neuen Züge sollen ab 2028 ausgeliefert werden und schrittweise die alten Baureihen 480 und 481 ersetzen. Die Vergabe erfolgte in mehreren Losen: Siemens Mobility liefert die elektrischen Komponenten, Stadler die Fahrzeugkästen und die S-Bahn Berlin übernimmt die Endmontage und Wartung.
„Wir freuen uns, dass wir mit diesem Konsortium die Zukunft der Berliner S-Bahn sichern können“, sagte ein Sprecher der Vergabestelle. Die neuen Züge sollen barrierefrei sein, über WLAN verfügen und eine höhere Energieeffizienz aufweisen.
Reaktionen aus der Politik
Berlins Verkehrssenatorin betonte die Bedeutung der Ausschreibung für den öffentlichen Nahverkehr. „Die neuen Züge werden den Fahrkomfort deutlich verbessern und die Pünktlichkeit erhöhen“, erklärte sie. Die Opposition kritisierte hingegen die langen Vorlaufzeiten und die hohen Kosten. „Vier Milliarden Euro sind eine enorme Summe, die angesichts der angespannten Haushaltslage hätte besser investiert werden können“, sagte ein Abgeordneter der Grünen.
Die Vergabe steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Prüfung. Mit einem endgültigen Vertragsabschluss wird im Herbst 2026 gerechnet.



