Der BMW iX3 der Neuen Klasse ist das erste Modell einer neuen Ära und setzt Maßstäbe bei Reichweite und Ladegeschwindigkeit. Mit bis zu 805 Kilometern WLTP-Reichweite und einer Ladeleistung von bis zu 400 kW lädt der iX3 in nur 21 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Damit positioniert sich BMW an der Spitze der Elektromobilität, auch wenn der Preis mit 70.900 Euro für die getestete Variante hoch ist.
Design: Mutiger Rückblick auf die 1960er
Das Design des iX3 ist bewusst an die ursprüngliche Neue Klasse der 1960er-Jahre angelehnt. Die Doppelniere ist deutlich kleiner und schmaler als in den Vorgängermodellen, eingefasst in ein schwarzes Paneel, das die LED-Scheinwerfer verbindet. Die wuchtige Front, die optisch hervorgehobenen Radkästen und die horizontalen Heckleuchten betonen die Breite des Fahrzeugs. Der Hofmeisterknick, ein nach vorn gerichtetes Häkchen in der Fensterlinie, erinnert an die Modellhistorie und wurde nach BMW-Ingenieur Wilhelm Hofmeister benannt.
Das kantige, futuristische Design ist nicht für den Massengeschmack, aber es unterstreicht den Anspruch, technologisch führend zu sein. Der getestete iX3 50 xDrive beginnt bei 70.900 Euro, der schwächere iX3 40 bei 63.400 Euro. Mit allen Extras, die oft nur in Paketen erhältlich sind, erreicht der Testwagen 86.788 Euro – ein stolzer Preis, der jedoch durch die gebotene Technik gerechtfertigt wird.
Antrieb und Reichweite: Großer Akku, hohe Effizienz
Der iX3 steht auf einer reinen Elektroplattform und teilt sich keine Basis mehr mit Verbrennermodellen. Die Batterie mit 108,7 kWh netto ist fast 30 kWh größer als beim Vorgänger, was das Leergewicht auf knapp 2,4 Tonnen erhöht. Dennoch bleibt der Verbrauch mit rund 17 kWh auf 100 Kilometern im Test effizient für ein SUV dieser Größe. Die realistische Reichweite liegt bei etwa 650 Kilometern.
Der Antrieb leistet 345 kW (469 PS) und beschleunigt den iX3 in 4,9 Sekunden auf 100 km/h. Das hohe Drehmoment von 645 Nm sorgt für souveräne Fahrleistungen. BMW nennt das Zusammenspiel von Lenkung, Bremsen und Beschleunigung „Heart of Joy“ – es funktioniert exzellent und vermittelt ein sportlich-direktes Fahrgefühl, auch wenn die straffe Abstimmung gelegentlich Stöße in den Innenraum überträgt.
Laden: Spitzenwerte an geeigneten Säulen
An Schnellladesäulen mit bis zu 400 kW lädt der iX3 in 21 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Das ist ein Spitzenwert, der nur vom chinesischen Konkurrenten Xpeng übertroffen wird. Allerdings sind derart starke Ladepunkte in Deutschland noch nicht Standard. Im Test zieht das Auto, was die Säule hergibt, und lässt erst bei hohem Ladestand nach. Die Klimabilanz profitiert: Schon nach rund 21.500 Kilometern hat der iX3 mit europäischem Strommix einen niedrigeren CO₂-Fußabdruck als ein vergleichbarer Verbrenner.
Innenraum: Modern und komfortabel
Der Innenraum kombiniert dunkles Merinoleder, M PerformTex und groben Netzstoff. Hartplastik findet sich nur an wenigen Stellen. Die Ambientebeleuchtung leuchtet durch textile Bezüge und passt sich dem Fahrmodus an. Das Panoramic Vision Display unter der Frontscheibe über die gesamte Breite ist praktisch und blendet nicht. Der Zentralbildschirm in Rautenform zeigt Android Auto oder Apple Carplay mit Rändern, aber das hauseigene BMW-System überzeugt mit schneller Navigation und exzellenter Sprachsteuerung via Alexa+.
Der halbautonome Fahrassistent erlaubt auf der Autobahn bis 130 km/h dauerhaftes Händewegnehmen und wechselt per Blick in den Seitenspiegel die Spur. Innerorts erkennt er rote Ampeln. Die „Shy Tech“ genannte schüchterne Technik zeigt Funktionen auf dem Lenkrad nur an, wenn sie nutzbar sind. Der Türöffner innen kombiniert elektrische und mechanische Öffnung – leichter Zug für elektrisch, stärkerer Zug als Notentriegelung.
Fazit: Teuer, aber technisch überzeugend
Der BMW iX3 der Neuen Klasse wird wegen seines hohen Preises kein Massenmodell wie einst der 1500. Doch technisch setzt er Maßstäbe bei Reichweite, Ladegeschwindigkeit und Fahrassistenz. Wer sich das leisten kann, bekommt ein Elektroauto, das mit der Konkurrenz von Tesla und BYD mithalten kann. „Der Neue ist klasse“, so das Fazit des Tests.



