Autozulieferer Boryszew stellt Produktion ein: Kein Investor gefunden
Boryszew: Produktionseinstellung nach fehlendem Investor

Autozulieferer Boryszew stellt Produktion ein: Kein Investor gefunden

Für den insolventen Autozulieferer Boryszew ist in den vergangenen Monaten kein langfristiger Investor gefunden worden, nun steht das Unternehmen vor dem endgültigen Aus. Die Produktion soll zum Ende dieses Jahres heruntergefahren werden, wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters Silvio Höfer mitteilte. Die Beschäftigten an den Standorten in Gardelegen in Sachsen-Anhalt und Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz wurden bereits über diese Entscheidung informiert.

Keine neuen Aufträge führen zur Produktionseinstellung

„Da keine weiteren neuen Aufträge für die zwei Werke mehr vorliegen, die über das Ende des Jahres hinausreichen, muss nun mit den Vorbereitungen für ein Auslaufen der Produktion zum Jahresende begonnen werden“, erklärte der Sprecher. Boryszew Kunststofftechnik gehört zu den größten Automobilzulieferern in Sachsen-Anhalt und produziert vor allem Teile für den Innenraum von Autos, wobei einer der größten Kunden der VW-Konzern ist. In Gardelegen arbeiten 330 Mitarbeiter, in Idar-Oberstein etwa 100.

Gespräche mit Interessenten scheitern an Branchenkrise

Der Insolvenzverwalter Silvio Höfer betonte, dass es in den vergangenen Monaten intensive Gespräche mit mehreren ernsthaften Interessenten gegeben habe. Im Mai des vergangenen Jahres war die Auftragslage noch so gut, dass die Produktion fortgesetzt werden konnte. Doch nun haben diese Verhandlungen zu keinem Ergebnis geführt. Höfer führte dies vor allem auf die unverändert schwierige Lage in der deutschen Automobilindustrie zurück.

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Die Arbeitsplätze an beiden Standorten sollen den Angaben nach bis zum Herunterfahren der Produktion Ende dieses Jahres erhalten bleiben. Gegenüber den Beschäftigten hat der Insolvenzverwalter angekündigt, weiter nach einer Investorenlösung suchen zu wollen, obwohl die Aussichten als gering eingeschätzt werden.

Hintergrund: Insolvenz und Branchenprobleme

Das Unternehmen gehört zur polnischen Boryszew-Gruppe und hatte den Insolvenzantrag Anfang März 2025 gestellt. Schon vorher hatte Boryszew mit den Auswirkungen der Krise in der Automobilbranche zu kämpfen, die durch strukturelle Veränderungen und wirtschaftliche Herausforderungen geprägt ist. Die nun bevorstehende Produktionseinstellung markiert einen weiteren Rückschlag für die regionale Wirtschaft und unterstreicht die anhaltenden Schwierigkeiten im Zulieferersektor.

Die Entscheidung, die Produktion herunterzufahren, erfolgt trotz früherer Hoffnungen auf eine Rettung des Unternehmens. Experten sehen darin ein Zeichen für die tiefgreifenden Umbrüche, mit denen die deutsche Automobilindustrie konfrontiert ist, insbesondere bei mittelständischen Zulieferern, die unter Druck geraten.

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