Sachsens Minister schlägt China-Beteiligung an VW-Werk Zwickau vor
China-Beteiligung an VW-Werk Zwickau vorgeschlagen

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) hat vorgeschlagen, chinesische Autohersteller als Partner für die Produktion im Volkswagen-Werk in Zwickau zu gewinnen. Das Werk, das ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge wie den ID.3 und den Audi Q4 e-tron produziert, leidet unter einer chronisch schlechten Auslastung. Um weiteren Stellenabbau zu verhindern, bringt Panter ein Joint Venture ins Spiel.

Joint Venture als Lösung

In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung sagte Panter: „Es ist besser, industrielle Kompetenz bei VW in Sachsen weiterzuentwickeln und die Produktion abzusichern, als auf verlorenem Posten zu kämpfen und Wertschöpfung zu verlieren. Wir müssen mit der Zeit gehen. Deswegen: China ist eine Chance für Zwickau.“ Ein Joint Venture zwischen Volkswagen und einem chinesischen Hersteller sei eine Möglichkeit. Diese könnten eine oder mehrere derzeit nicht ausgelastete Produktionslinien nutzen und Fahrzeuge in Sachsen fertigen. Voraussetzung seien klare europäische Regeln und Standards. „Unser Maßstab ist nicht Ideologie, sondern industrielle Zukunftsfähigkeit und sichere Arbeitsplätze bei VW in Sachsen“, betonte der Minister.

Situation in Zwickau

Ende des vergangenen Jahres waren im VW-Werk Zwickau noch rund 8000 Menschen beschäftigt. Das Unternehmen kämpft seit längerem mit Problemen: Der Umstieg auf Elektroautos verläuft schleppend, chinesische Hersteller mischen den europäischen Markt auf, und die US-Zollpolitik erschwert die Lage zusätzlich. Chinesische Hersteller wie BYD, Geely oder SAIC drängen mit Macht nach Europa, um dem harten Preiskampf und den massiven Überkapazitäten in China zu entgehen. Mehrere chinesische Hersteller suchen derzeit nach Werken in Europa, und auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hatte zuletzt VW-Werke ins Spiel gebracht.

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Risiken und Expertenmeinungen

Bei Experten gilt der Schritt jedoch als riskant. Horst Schneider, Analyst bei der Bank of America, warnte vor einem „Wolf im Schafspelz“, den sich VW möglicherweise mit einem chinesischen Partner ins Haus hole. Die Diskussion um eine Beteiligung Chinas am VW-Werk Zwickau zeigt die Herausforderungen, vor denen die deutsche Automobilindustrie steht. Während der sächsische Minister auf die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Nutzung von Chancen setzt, sehen Kritiker die Gefahr eines Technologietransfers und einer Abhängigkeit von chinesischen Partnern.

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