Stellantis bringt China-Jeep nach Europa: Neues Modell ab 2030
China-Jeep für Europa: Stellantis vertieft Dongfeng-Partnerschaft

Stellantis will bis 2030 ein neues Jeep-Modell in Europa auf den Markt bringen, das in China gefertigt wird. Der Autokonzern vertieft damit seine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Partner Dongfeng. Das gab Europachef Fabio Catone bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten bekannt.

Sechs Jeep-Modelle bis Ende des Jahrzehnts

Das neue Modell soll gemeinsam mit Dongfeng entwickelt werden. Bis Ende des Jahrzehnts will Stellantis sechs Jeep-Modelle in Europa anbieten – derzeit sind es nur zwei. Der neue Geländewagen wird im Dongfeng-Werk in Wuhan produziert. Zudem gründen die Partner ein Gemeinschaftsunternehmen, das mehrheitlich (51 Prozent) Stellantis gehört. Es erlaubt Dongfeng, eigene Fahrzeuge in einem Stellantis-Werk in Frankreich zu fertigen.

Kurskorrektur nach Tavares-Ära

Die Partnerschaft markiert eine Kehrtwende: Unter dem früheren Vorstandschef Carlos Tavares hatte sich Stellantis aus China zurückgezogen. Tavares hatte 2022 sogar angedeutet, die Produktion im weltweit größten Automarkt ganz einzustellen. Der neue Vorstandsvorsitzende Antonio Filosa belebte die Allianz nun wieder. Jeep gehört neben Ram, Peugeot und Fiat zu den vier priorisierten Marken des Konzerns.

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Chinesische Partnerschaften als Strategie

Neben Dongfeng arbeitet Stellantis auch mit Leapmotor zusammen. Europachef Emanuele Cappellano sagte im Interview mit der italienischen Zeitung La Repubblica: „Es ergibt Sinn, traditionelles europäisches Know-how mit den Stärken der chinesischen Industrie zu verbinden – aber das muss klug geschehen, ohne die Kontrolle zu verlieren.“

Erfolg des Jeep Avenger

Seit 2023 hat Stellantis rund 280.000 Exemplare des Jeep Avenger in Europa verkauft. Daneben wird der Compass angeboten; 2027 soll der vollelektrische Recon folgen. Eine Rückkehr des Wrangler ist wegen strenger Abgasvorschriften nicht geplant, so Catone.

Globale Vermarktung

Die in China gefertigten Jeep-Modelle sollen auch außerhalb Europas verkauft werden, sagte Catone. Auf die Frage, ob Kunden ein „Made in China“ abschrecken könnte, entgegnete er: „Jeep ist sicher eine US-Marke, aber eben auch eine globale. Wir sind sehr zufrieden mit dem, was sich da entwickelt. Das ist in jeder Hinsicht ein echter Jeep.“

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