Daimler Truck rüstet sich für Milliarden-Auftrag der Bundeswehr
Daimler Truck bereitet sich auf Bundeswehr-Großauftrag vor

Der Daimler-Konzern bringt sich für einen milliardenschweren Großauftrag der Bundeswehr für Militärfahrzeuge in Stellung. Wie das Handelsblatt erfuhr, hat der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck dem Verteidigungsministerium ein Angebot für die Lieferung von bis zu 1.500 Radpanzern des Typs „Fuchs 2“ vorgelegt. Das Volumen des Auftrags könnte sich auf mehr als zwei Milliarden Euro belaufen.

Hintergrund des Großauftrags

Die Bundeswehr plant die Beschaffung eines neuen gepanzerten Transportfahrzeugs, das den veralteten „Fuchs 1“ ersetzen soll. Der „Fuchs 2“ ist eine weiterentwickelte Version des klassischen Radpanzers, der seit Jahrzehnten im Einsatz ist. Daimler Truck hat das Fahrzeug gemeinsam mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall entwickelt. Rheinmetall soll als Systempartner fungieren und unter anderem den Turm sowie die Waffenstation liefern.

Die geplante Stückzahl von bis zu 1.500 Fahrzeugen würde die Bundeswehr über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren beschaffen. Der Auftragswert wird auf zwei bis drei Milliarden Euro geschätzt. Daimler Truck hofft, mit dem Angebot einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Arbeitsplätze an den Standorten in Deutschland zu leisten.

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Wettbewerb um den Zuschlag

Allerdings ist der Wettbewerb um den Zuschlag hart. Auch andere Rüstungsunternehmen wie Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und die deutsche Tochter des französischen Konzerns Nexter haben Interesse signalisiert. KMW bietet den Radpanzer „Boxer“ an, der bereits bei der Bundeswehr im Einsatz ist. Nexter wiederum hat den „Griffin“ entwickelt, der ebenfalls für den Auftrag infrage kommt.

Die Entscheidung des Verteidigungsministeriums wird für das kommende Jahr erwartet. Dabei spielen nicht nur technische Aspekte, sondern auch wirtschaftliche und industriepolitische Faktoren eine Rolle. Die Bundesregierung legt Wert darauf, dass die Produktion in Deutschland erfolgt und Arbeitsplätze gesichert werden.

Bedeutung für Daimler Truck

Für Daimler Truck wäre der Auftrag ein wichtiger Schritt, um das Rüstungsgeschäft auszubauen. Der Konzern hat in den vergangenen Jahren seine Aktivitäten in diesem Bereich verstärkt. Der „Fuchs 2“ ist das Flaggschiff der militärischen Fahrzeugsparte. Mit dem Auftrag könnte Daimler Truck seine Position als einer der führenden Anbieter von gepanzerten Radfahrzeugen in Europa festigen.

Ein Sprecher von Daimler Truck bestätigte dem Handelsblatt, dass man dem Verteidigungsministerium ein Angebot vorgelegt habe, wollte sich aber nicht zu Details äußern. „Wir sind zuversichtlich, dass wir mit dem Fuchs 2 ein überzeugendes Konzept bieten“, sagte der Sprecher.

Auswirkungen auf die Rüstungsindustrie

Der Großauftrag der Bundeswehr ist Teil der geplanten Aufrüstung der deutschen Streitkräfte. Die Bundesregierung hat ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr bereitgestellt, von dem ein erheblicher Teil in die Beschaffung neuer Fahrzeuge und Ausrüstung fließen soll. Davon profitieren neben Daimler Truck auch andere Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall, KMW und Hensoldt.

Die Entscheidung für den „Fuchs 2“ könnte auch Signalwirkung für andere europäische Staaten haben, die ähnliche Beschaffungsvorhaben planen. Daimler Truck hofft daher nicht nur auf den deutschen Auftrag, sondern auch auf Exportmöglichkeiten.

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