Daimler Truck bündelt Militärgeschäft unter neuer Marke
Daimler Truck bündelt Militärgeschäft unter neuer Marke

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck forciert sein Engagement im Verteidigungssektor. Das Unternehmen bündelt seine weltweiten Aktivitäten unter der neuen Dachmarke Daimler Truck Defence und stellt sein Geschäft konsequent auf globales Wachstum aus, wie das in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart ansässige Unternehmen mitteilte.

Wachstumstreiber Verteidigung

Daimler Truck sehe im Verteidigungsgeschäft einen klaren Wachstumstreiber der kommenden Jahre, hieß es in der Mitteilung. Ziel sei es, bis 2028 einen Umsatz von einer Milliarde Euro zu erreichen. Zum Vergleich: Der Gesamtumsatz des Konzerns lag 2025 bei 49,5 Milliarden Euro.

Im vergangenen Jahr habe der Umsatz im Verteidigungsbereich einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag ausgemacht, sagte Daimler-Truck-Defence-Chef Dennis Kinzelmann der Deutschen Presse-Agentur. Vom Absatz machten die Militärfahrzeuge derzeit einen niedrigen einstelligen Prozentsatz aus. Der ganz große Teil der verkauften Fahrzeuge sind demnach klassische Lkw und Busse.

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Standort Wörth soll wachsen

Im Zuge des strategischen Ausbaus erweitert Daimler Truck in den nächsten Jahren auch seine Entwicklungs-, Produktions-, Vertriebs- und Servicekapazitäten. Insgesamt seien derzeit rund 1.000 Menschen in diesem Bereich tätig. Die Wachstumsstrategie werde maßgeblich am rheinland-pfälzischen Standort Wörth am Rhein, unweit von Karlsruhe, gestaltet und führe zu einem entsprechenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Das Team in Wörth werde um über 100 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erweitert, sagte Kinzelmann.

Künftig soll das Portfolio nicht nur Fahrzeuge von Mercedes-Benz Trucks umfassen. Der Dax-Konzern verfügt neben der Marke Mercedes-Benz auch über Marken wie Western Star in Nordamerika oder BharatBenz in Indien.

Technologie aus zivilem Baukasten

Technologisch bediene sich Daimler Truck Defence aus dem Baukasten der zivilen Baureihen des Konzerns und kooperiere auch mit Partnerunternehmen. „Wir hatten und haben in Anbetracht der erhöhten Nachfrage eine sehr gute Ausgangsposition“, sagte Kinzelmann. „Wir greifen auf Produkte zurück, die sich schon bewährt haben.“ So werden Baureihen wie Unimog oder Arocs seit vielen Jahren für nicht-militärische Anwendungen genutzt.

Nutzfahrzeughersteller unter Druck

Der Gewinn des Nutzfahrzeugstellers war im vergangenen Jahr um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf zwei Milliarden Euro eingebrochen. US-Zölle und eine schwache Nachfrage in Nordamerika hatten das Geschäft stark belastet. Auch Umsatz und Absatz waren zurückgegangen. Im ersten Quartal dieses Jahres war der Gewinn sogar um 80 Prozent eingebrochen. Um wettbewerbsfähiger zu werden, hatte Daimler Truck bereits im vergangenen Jahr das Sparprogramm „Cost Down Europe“ aufgelegt.

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