Deutz übernimmt FFG für 1,6 Milliarden – Einstieg ins Militärfahrzeuggeschäft
Deutz kauft FFG für 1,6 Milliarden Euro

Die Deutz AG treibt ihren Umbau vom klassischen Motorenhersteller zu einem breiter aufgestellten Industrieunternehmen voran. Wie das Unternehmen am Donnerstagmorgen mitteilte, übernimmt es die Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG), einen Entwickler und Hersteller von gepanzerten Ketten- und Radfahrzeugen, komplett.

Kaufpreis von 1,6 Milliarden Euro

Der Gesamtkaufpreis betrage 1,6 Milliarden Euro, davon eine Milliarde Euro in bar. Den Rest erhalten die Eigentümerfamilien von FFG in neu ausgegebenen Deutz-Aktien, hieß es weiter. Damit setzt der Kölner Konzern seine Akquisitionsstrategie im Verteidigungsgeschäft fort und erhält Zugang zu einem der wichtigsten mittelständischen Hersteller militärischer Landsysteme in Deutschland.

FFG seit Jahrzehnten für die Bundeswehr aktiv

Der Zukauf kommt nicht überraschend: Vorstandschef Sebastian Schulte baut den Defense-Bereich seit Monaten systematisch aus. Im vergangenen Jahr bündelte Deutz seine Verteidigungsaktivitäten in einer eigenen Geschäftseinheit und kündigte an, das Geschäft sowohl organisch als auch durch Übernahmen auszubauen. Parallel beteiligte sich der Konzern an jungen Rüstungstechnologie-Unternehmen und übernahm mit SOBEK einen Spezialisten für elektrische Antriebe, dessen Technologien unter anderem in militärischen Drohnen eingesetzt werden.

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Mit der FFG holt sich Deutz nun ein Unternehmen ins Haus, das seit Jahrzehnten für die Bundeswehr aktiv ist. Die Flensburger entwickeln und bauen Spezialfahrzeuge für Streitkräfte, setzen beschädigte Panzer instand und modernisieren ältere Fahrzeugflotten. Aktuell profitiert das Unternehmen wie die gesamte Branche von den steigenden Verteidigungsausgaben in Europa und investiert in zusätzliche Produktionskapazitäten.

Neues Geschäftsfeld für Deutz

Für Deutz eröffnet der Zukauf ein weiteres Geschäftsfeld innerhalb der Verteidigungssparte. Bislang lieferte der Konzern vor allem Antriebs- und Motorentechnik für militärische Anwendungen. Mit FFG kämen nun Entwicklung, Fertigung und Service kompletter Militärfahrzeuge hinzu. Damit würde Deutz einen deutlich größeren Teil der Wertschöpfung im Verteidigungsgeschäft abdecken.

Mehr: Konzerne und Investoren zeigen Interesse an Arx Robotics – Rheinmetall dementiert Kaufabsicht. Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Legen Sie das Handelsblatt als Ihre wichtige Nachrichtenquelle fest.

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