Auto-Experte Dudenhöffer attackiert E-Auto-Förderprämie der Bundesregierung
Berlin – Die Bundesregierung plant ab Mai eine neue Förderprämie für Elektroautos, um deren Verkauf anzukurbeln. Doch der renommierte Wirtschaftswissenschaftler und Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer (74) geht in einer scharfen Stellungnahme gegenüber BILD mit dieser Maßnahme hart ins Gericht. „Das Umweltministerium macht Elektroautos mit Steuergeld zum Ramschartikel“, kritisiert der Leiter des Instituts „CAR-Center Automotive Research“ in Duisburg.
Wettbewerbsverzerrung und unrealistische Marktsituation
Dudenhöffers Hauptkritikpunkt: Die geplante Prämie verzerre den Wettbewerb massiv und stürze Elektroautos in eine völlig unrealistische Marktsituation. „Elektroautos werden zu Schleuderpreisen angeboten. Das, was keiner wollte, den ruinösen Preiskrieg bei Elektroautos aus China nach Deutschland zu importieren, wird mit Steuergeld Realität“, erklärt der Experte. Mit der Förderung würden Elektrofahrzeuge „verhökert wie sauer Bier“, was zu einer Gewöhnung der Verbraucher an realitätsferne Preise führe.
Der Auto-Papst spricht sogar von „Fake News für Autokäufer“, die durch ein Ministerium ausgelöst würden. Die Bundesregierung verfolgt mit der Prämie zwar das Ziel, Absatz und Verbreitung von E-Autos zu fördern, doch Dudenhöffer warnt vor den Folgen: „Alle decken sich jetzt ein, und anschließend fällt man in ein tiefes Loch.“
Krise für deutsche Autobauer und ausländische Vorteile
Der Experte erwartet eine ernste Krise für Elektroautos und ihre Hersteller nach Auslaufen der Förderung. „Oder anders ausgedrückt: Kurzarbeit bei den deutschen Autobauern, die erneut mit Steuerzahlergeld finanziert wird“, prophezeit Dudenhöffer. Ein besonderes Problem sieht er in den Vorteilen, die ausländische Hersteller durch die deutsche Förderung erzielen – obwohl deren Konkurrenz die deutschen Firmen bereits jetzt bedroht.
„Mit deutschem Steuergeld kann jetzt BYD Preise für Elektroautos ausloben, die vermutlich stärker als jedes große Marketing-Programm von BYD wirken“, sorgt sich Dudenhöffer. Als Beispiel nennt er das Kompakt-SUV BYD Atto 2 Comfort Elektro mit einem Listenpreis von 41.990 Euro. Über einen Internet-Händler sinke der Preis bereits auf 29.660 Euro, mit der E-Prämie wären nur noch 23.660 Euro zu bezahlen – eine Reduktion um satte 44 Prozent.
Konkrete Preisbeispiele verdeutlichen das Problem
Auch beim Tesla Model Y zeige sich die drastische Wirkung: Der Preis reduziere sich von 39.990 Euro auf 30.990 Euro, was immer noch eine Verringerung um 23 Prozent bedeute. Diese massiven Preisreduktionen durch Steuergelder verzerrten den Markt nachhaltig und setzten deutsche Hersteller unter zusätzlichen Druck.
Dudenhöffers Kritik richtet sich nicht gegen die Elektromobilität an sich, sondern gegen die Art und Weise der Förderung. Die aktuelle Prämienregelung schaffe kurzfristige Anreize, die langfristig zu Marktverwerfungen führen könnten. Die Frage, was nach der Förderphase kommt, bleibt laut dem Experten unbeantwortet und könnte die deutsche Automobilindustrie vor erhebliche Herausforderungen stellen.



