Eichhorn-Wechsel zu Bayer: Hertha verliert Juwel, kassiert Millionen
Eichhorn-Wechsel: Hertha verliert Juwel, kassiert Millionen

Der Wechsel von Kennet Eichhorn von Hertha BSC zu Bayer Leverkusen ist beschlossene Sache. Der 16-jährige Mittelfeldspieler, der als eines der größten Talente im deutschen Fußball gilt, verlässt die Hauptstadt in Richtung Rhein. Die offizielle Bestätigung der Vereine steht zwar noch aus, doch mehrere Medien berichteten am Mittwochmittag übereinstimmend, dass Eichhorn sich bereits beim deutschen Meister zum Medizincheck aufgehalten habe.

Für Hertha BSC ist dieser Abgang ein schwerer Schlag, aber auch eine finanzielle Notwendigkeit. Geschäftsführer Peter Görlich und Sportdirektor Benjamin Weber hatten bereits in den vergangenen Wochen öffentlich eingeräumt, dass der Verein mit einem Transfererlösdruck kämpfe. „Wir werden Qualität verlieren“, sagte Görlich. „Es ist genügend in allen Zeitungen, Gazetten, Internetforen über einen 16-Jährigen gesprochen worden.“ Weber ergänzte: „Man muss sich bewusst machen, dass wir ein Ausbildungsverein sind. Das gehört für uns in gewissen Fällen dazu, dass Spieler den nächsten Schritt gehen wollen und dann auch werden.“

Ein langer Kampf um den Verbleib

Die Berliner hatten bis zuletzt versucht, Eichhorn zu halten. Noch im Mai, nach dem 2:1-Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth, in dem Eichhorn mit einem Solotreffer zum jüngsten Torschützen der Zweitliga-Geschichte avancierte, hatte Weber betont: „Spielzeit in jungen Jahren, Sicherheit, Entwicklungszeit. Das ist, was wir in die Waagschale werfen können.“ Doch die Bemühungen blieben erfolglos. Bereits vor seinem Profidebüt war Eichhorn in den Notizblöcken internationaler Topklubs notiert, und Sportdirektor Weber musste im vergangenen Sommer erhebliche Überredungskunst aufwenden, um ihn überhaupt für ein weiteres Jahr in Berlin zu halten.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Finanzielle Entlastung für Hertha

Die Ablösesumme für Eichhorn liegt aufgrund einer Ausstiegsklausel unter seinem tatsächlichen Marktwert, aber dennoch spült der Transfer dringend benötigte Millionen in die klammen Kassen von Hertha BSC. Mit knapp zehn Millionen Euro, die aus Leverkusen fließen, ist der Verein gut auf Kurs, um den geforderten Transfererlös zu erzielen. Görlich hatte nach Saisonende betont: „Wenn solche Situationen eintreten, gibt es für einen Klub wie Hertha Schmerzgrenzen, bei denen wir nicht nein sagen können.“ Der erste Dominostein ist nun gefallen, doch weitere Abgänge werden erwartet.

Eichhorns nächster Schritt

Für Eichhorn selbst ist der Wechsel der logische nächste Schritt auf dem Weg zu einer Weltkarriere. In Leverkusen soll er einen Vertrag bis 2031 unterschreiben und bereits in der kommenden Saison in der Bundesliga und der Europa League Spielpraxis sammeln. Der Weg von Berlin unter das Bayer-Kreuz ist dabei kein neuer: Eichhorns Förderer und ehemaliger Jugendtrainer Konstantinos Kotsifakis wechselte kürzlich ebenfalls von Hertha nach Leverkusen. Und im vergangenen Jahr hatte Ibrahim Maza diesen Weg eingeschlagen – mit exzellenten Folgen für seine persönliche Entwicklung.

Für Hertha BSC hingegen beginnt nun eine Phase des Umbruchs. Der Verein muss sich darauf einstellen, weitere Leistungsträger zu verlieren, und gleichzeitig in die Ausbildung neuer Talente investieren. Die Hoffnung ruht auf Spielern wie Ibrahim Maza, die den Sprung in die Spitze geschafft haben, und auf einem neu formierten Kader, der den Herausforderungen der kommenden Saison gewachsen ist.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration