US-Behörde lässt Boeing 737 MAX 7 nach jahrelanger Verzögerung zu
FAA lässt Boeing 737 MAX 7 zu

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat am Montag die Boeing 737 MAX 7 offiziell für den Betrieb zugelassen. Damit endet eine jahrelange Hängepartie für den US-Flugzeugbauer, der die kleinste Version seines Verkaufsschlagers dringend auf den Markt bringen wollte. Die Zertifizierung lag deutlich hinter dem ursprünglichen Zeitplan: Boeing hatte ursprünglich mit einer Zulassung noch vor Ende 2022 gerechnet.

Meilenstein nach jahrelanger Verzögerung

Für Boeing ist die Freigabe ein wichtiger Erfolg, da die MAX 7 als Einstiegsmodell in die 737-MAX-Familie gilt. Bereits gebaute Maschinen können nun ausgeliefert und in Betrieb genommen werden. Laut Branchenexperten von Cirium hat Boeing bereits rund 30 Exemplare der MAX 7 sowie neun der größeren MAX 10 produziert, die nun auf ihre Auslieferung warten.

Die Zertifizierung war unter anderem wegen eines verschärften Überarbeitungsprozesses des Anti-Eis-Systems der Triebwerke ins Stocken geraten. Boeing hatte erst im Juli mitgeteilt, sich in der Endphase der Zertifizierung für dieses System zu befinden. Der stellvertretende FAA-Chef Chris Rocheleau hatte der Nachrichtenagentur Reuters bereits signalisiert, dass die Zulassung für die größere MAX 10 unmittelbar auf die der MAX 7 folgen werde.

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Hintergrund: Strengere Prüfverfahren nach Abstürzen

Die verstärkten Kontrollen sind eine direkte Folge zweier tödlicher Abstürze von MAX-8-Maschinen in den Jahren 2018 und 2019. Seitdem sieht sich Boeing einem strengeren Zertifizierungsverfahren ausgesetzt. Zudem gerieten die Produktions- und Qualitätssysteme des Konzerns verstärkt ins Visier der Behörden, nachdem im Januar 2024 während eines Fluges einer fast neuen MAX 9 der Fluggesellschaft Alaska Airlines ein Kabinenteil herausgebrochen war.

FAA-Chef Bryan Bedford sagte Reuters im Juli, die Behörde und Boeing hätten die Zusammenarbeit bei der Zertifizierung neuer Flugzeuge verbessert. Diese verbesserte Kooperation dürfte auch die nun erfolgte Freigabe der MAX 7 beschleunigt haben.

Kongress verzichtete auf Sicherheitsstandard

Ein weiterer Stolperstein war eine Frist des US-Kongresses aus dem Jahr 2022. Diese sah vor, dass Boeing die Zulassung für die beiden MAX-Varianten erhalten müsse, bevor ein neuer Sicherheitsstandard für Cockpit-Warnsysteme in Kraft tritt. Letztlich stimmte der Kongress jedoch zu, auf diese Anforderung zu verzichten, was den Weg für die Zertifizierung ebnete.

Mit der Zulassung der MAX 7 kann Boeing nun auch die Auslieferung der bereits gebauten Maschinen an Kunden wie Southwest Airlines und United Airlines vorantreiben. Die MAX 7 bietet Platz für bis zu 172 Passagiere und hat eine Reichweite von rund 6.570 Kilometern. Sie gilt als besonders treibstoffeffizient und soll vor allem auf Kurz- und Mittelstrecken zum Einsatz kommen.

Die Freigabe ist auch ein Signal für den gesamten Luftfahrtmarkt, da Boeing nach den Krisen der vergangenen Jahre versucht, das Vertrauen von Fluggesellschaften und Passagieren zurückzugewinnen. Die Konkurrenz von Airbus bleibt jedoch stark: Erst kürzlich überraschten beide Hersteller mit ihren Lieferzahlen, wobei die Europäer ihren Vorsprung ausbauen konnten.

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