Schwere Unwetter mit Hagel und Orkanböen haben am Montag Teile des Südwestens Deutschlands heimgesucht und binnen Minuten Straßen in weiße Winterlandschaften verwandelt. In Heimbach und Schwarzenbach im Hunsrück (Rheinland-Pfalz) türmten sich Hagelkörner stellenweise bis zu 40 Zentimeter hoch, nachdem die Temperaturen zuvor auf 36 Grad gestiegen waren. Die Feuerwehr rückte mit Schneeschiebern und Schaufeln an, um die weißen Massen zu beseitigen.
Unwetter ziehen von Westen über Deutschland
Die schweren Gewitter kamen aus Frankreich und Belgien und zogen seit Sonntag über den Südwesten. Binnen Minuten wurde es dunkel, dann setzten Sturm und Hagel ein. Bilder zeigen Dutzende umgestürzte Bäume und von Hagel bedeckte Wohnstraßen. Feuerwehr und Polizei waren im Dauereinsatz, im Hunsrück rückte die Feuerwehr zu zahlreichen Einsätzen aus.
Besonders betroffen war am Montag Heimbach, kurz zuvor bereits Schwarzenbach. Gegen 20 Uhr zog dort ein schweres Unwetter auf. Hagelkörner mit bis zu vier Zentimetern Durchmesser verwandelten die Orte in eine Winterlandschaft. Der Hagel brachte einen deutlichen Temperatursturz: von 36 auf nur noch 19 Grad.
Tornado-ähnliche Zustände in Baden-Württemberg
Schon am Sonntagnachmittag traf es Villingen-Schwenningen und den Nachbarort Dauchingen in Baden-Württemberg besonders heftig. Gegen 16.15 Uhr zog ein schweres Gewitter mit Hagel und Sturmböen durch. Der Spuk dauerte nach Angaben von Anwohnern nur rund zwei Minuten, doch die Schäden waren erheblich. Im Norden Schwenningens bot sich ein Bild der Verwüstung: Auf der Dauchinger Straße lagen zahlreiche Äste, mehrere Bäume wurden entwurzelt oder umgerissen. Die Straße musste zunächst gesperrt werden. Anwohner sprachen von tornadoähnlichen Verhältnissen.
Tödliches Unwetter in Sachsen
Wie gefährlich solche Unwetter sein können, zeigte sich wenige Tage zuvor in der Sächsischen Schweiz. Nahe der Felsenbühne Rathen wurde ein 28-Jähriger während eines Unwetters von einem umstürzenden Baum getroffen und tödlich verletzt. Drei weitere Menschen wurden schwer verletzt. Rettungskräfte, Bergwacht und Feuerwehr waren mit einem Großaufgebot im Einsatz.
Die Behörden warnen vor weiteren schweren Gewittern in den kommenden Tagen. Anwohner sollten lose Gegenstände sichern und Schutz in Gebäuden suchen.



