Audi bringt den A2 zurück: Der kompakte Wagen, der von 1999 bis 2005 gebaut wurde, soll als vollelektrisches Einstiegsmodell in die Modellpalette zurückkehren. Das bestätigte Audi-Chef Gernot Döllner in einem Interview mit der Automobilwoche. Der A2 soll künftig als elektrischer Kleinwagen positioniert werden und unterhalb des Q4 e-tron einsteigen.
Historischer Kontext
Der ursprüngliche A2 war seiner Zeit weit voraus: Mit seiner Aluminiumkarosserie und dem niedrigen Verbrauch galt er als Vorreiter für effiziente Kleinwagen. Doch der Verkaufserfolg blieb aus – nur rund 176.000 Einheiten wurden in sechs Jahren produziert. Kritiker bemängelten den hohen Preis und das ungewöhnliche Design. Nun plant Audi die Neuauflage als modernes Elektroauto.
Details zur Elektroversion
Laut Döllner wird der neue A2 auf der SSP-Plattform (Scalable Systems Platform) des Volkswagen-Konzerns basieren. Diese Plattform ist speziell für Elektrofahrzeuge entwickelt und soll eine hohe Effizienz und schnelles Laden ermöglichen. Der A2 soll als kompakter Stadtflitzer konzipiert sein, ideal für den urbanen Raum. Er soll eine Reichweite von rund 500 Kilometern nach WLTP bieten und in etwa 20 Minuten an Schnellladestationen auf 80 Prozent aufgeladen sein.
Preisgestaltung und Positionierung
Der Einstiegspreis soll unter 30.000 Euro liegen, um das Modell für eine breite Käuferschicht attraktiv zu machen. Damit wäre der A2 das günstigste Elektroauto von Audi. Döllner betonte, dass der A2 nicht nur ein „Verlustbringer“ sein dürfe, sondern profitabel sein müsse. Man wolle jedoch die Marke Audi im Einstiegssegment stärken, um Kunden langfristig an die Marke zu binden.
Marktstart und Produktion
Der neue A2 soll voraussichtlich im Jahr 2027 auf den Markt kommen. Die Produktion ist im Audi-Werk Ingolstadt geplant, wo bereits der Q6 e-tron gebaut wird. Dies schafft Synergien und nutzt vorhandene Strukturen. Audi investiert massiv in die Elektromobilität: Bis 2026 sollen über 20 neue Elektromodelle auf den Markt kommen.
Zukunftsstrategie von Audi
Mit dem A2 reagiert Audi auf den wachsenden Wettbewerb im Elektro-Kleinwagen-Segment. Konkurrenten wie der VW ID.1 oder der kommende Elektro-Polo sind bereits angekündigt. Audi will sich mit dem A2 durch hochwertige Materialien und innovative Technik abheben. Döllner sieht im A2 einen wichtigen Baustein, um die Marke für jüngere Kunden attraktiver zu machen und die CO2-Flotte zu verbessern.
Reaktionen aus der Branche
Experten sehen den Schritt positiv. „Der A2 war damals seiner Zeit voraus, und jetzt hat Audi die Chance, diese Innovationskraft im Elektrozeitalter zu nutzen“, sagt Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management. Der Erfolg werde jedoch stark vom Preis und der Reichweite abhängen. Mit rund 500 Kilometern Reichweite und einem Preis unter 30.000 Euro sei der A2 gut positioniert.
Ausblick
Bis zum Marktstart 2027 wird Audi noch einige Details verfeinern. Die endgültige Designsprache soll sich an der aktuellen Studie „Sphere“ orientieren. Der A2 könnte auch in einer sportlichen S-Line-Variante angeboten werden. Audi plant zudem, den A2 als Basis für ein mögliches Coupé-Derivat zu nutzen. Die Entscheidung darüber soll im nächsten Jahr fallen.
Insgesamt zeigt der Schritt, dass Audi den Elektro-Kleinwagen-Markt ernst nimmt und mit dem A2 eine emotionale Modellhistorie wieder aufleben lässt. Ob der A2 jedoch an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen kann, wird sich zeigen – diesmal allerdings mit Elektroantrieb und moderner Technik.



