Im Handelsblatt-Disrupt-Podcast zieht Artem Sokolov eine bemerkenswerte Zwischenbilanz. Der CEO des britischen Robotik-Start-ups Humanoid rechnet damit, dass ein einziger Bediener künftig zehn Roboter überwachen kann – zumindest in der Anfangsphase. Sokolovs Unternehmen hat nach nur zwei Jahren seit der Gründung eine Bewertung von 1,35 Milliarden Dollar erreicht. Die Maschinen des Start-ups werden bereits bei Schaeffler, Bosch und Siemens getestet.
Investoren pumpen Milliarden in humanoide Roboter
Die Euphorie ist messbar. Laut dem Datenanbieter Dealbook sind in diesem Jahr weltweit rund neun Milliarden Dollar in humanoide Roboter geflossen. Zum Vergleich: Im kompletten Jahr 2025 lag die Summe noch unter fünf Milliarden Dollar. Humanoid ist damit Teil eines massiven Trends, der Europas Tech-Szene erfasst hat.
Deutsche Industrie wird zum Testfeld
Besonders deutsche Traditionsunternehmen setzen auf die neuen Maschinen. Schaeffler, Bosch und Siemens prüfen nach Angaben von Humanoid die Zusammenarbeit. Sokolov beschreibt im Podcast, wie seine Roboter in der Produktion eingesetzt werden und sich dort Stück für Stück verbessern. Die Lernschleifen seien entscheidend, um die Systeme von der Testphase in den Serieneinsatz zu bringen.
Ein Bediener für zehn Maschinen
Auf die Frage, wie viele Menschen es künftig braucht, um die Roboter zu kontrollieren, sagt Sokolov klar: „Wir werden einen Bediener pro zehn Robotern haben.“ Das gelte für den Anfang. Langfristig dürfte das Verhältnis noch deutlich günstiger für die Betreiber ausfallen. Die Folge: Die Arbeit in der Fabrik verändert sich grundlegend.
Was bedeutet das für die Belegschaften?
Für Beschäftigte ist das eine zweischneidige Entwicklung. Einerseits können Roboter monotone und körperlich belastende Tätigkeiten übernehmen. Andererseits entfallen Arbeitsplätze, die bisher von Menschen gemacht wurden. Nötig werden stattdessen Fachkräfte, die die Systeme überwachen, warten und programmieren. Sokolovs Vision könnte die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie stärken, erfordert aber auch Anpassungen in der Aus- und Weiterbildung.
Der komplette Auftritt von Artem Sokolov im Handelsblatt-Disrupt-Podcast hat eine Laufzeit von 27 Minuten. Host Larissa Holzki hat den CEO in Großbritannien getroffen. Er gibt Einblicke, wie weit die Roboter-Revolution in Europas Fabriken tatsächlich gediehen ist – und welche Rolle Deutschland dabei spielt.



