Schwere Waldbrände haben im Nordwesten der USA hunderte Häuser zerstört und rund 65.000 Bewohner der Stadt Spokane im Bundesstaat Washington zur Flucht gezwungen. Die Behörden riefen die Einwohner auf, sich umgehend in Sicherheit zu bringen, nachdem drei große Brände außer Kontrolle geraten waren. Luftaufnahmen zeigten zwischen 700 und 1100 betroffene Gebäude, von vielen Häusern standen nur noch Schornsteine und Grundmauern.
Stadt im Ausnahmezustand
Gouverneur Bob Ferguson rief den Ausnahmezustand aus und sprach von der vermutlich „schlimmsten Naturkatastrophe in der Geschichte von Spokane“. Er zeigte sich optimistisch, dass die US-Regierung Hilfe schicken werde. Präsident Donald Trump verstehe, „wie schlimm die Lage ist“, sagte Ferguson. Im gesamten Bundesstaat Washington wüteten nach Angaben der örtlichen Behörden 16 große Feuer.
„Es ist eine außergewöhnliche Waldbrandsaison in der Nordwest-Pazifikregion“, erklärte Forstbehördenchef David Upthegrove. Die Feuerwehrkräfte kämpfen gegen die Flammen, doch am Montag war noch ein Brandherd außer Kontrolle. Für Dienstag ist leichte Abkühlung vorausgesagt, im Laufe der Woche soll die Hitze jedoch wieder zunehmen.
Anwohner in Trauer
„Das ist eines der traurigsten Dinge, die ich in meinem ganzen Leben gesehen habe“, sagte Anwohner Geoff Beadles, nachdem er mit seiner Verlobten und zwei Hunden aus dem Katastrophengebiet geflohen war. Hunderte Wohnhäuser und andere Gebäude fielen den Flammen zum Opfer, wie Bürgermeisterin Lisa Brown erklärte. Den Betroffenen sagte sie Hilfe zu: „In unserem Herzen sind wir bei euch. Wir sind für euch da, auch auf lange Sicht.“
Die Behörden warnten vor „sehr ungesunder“ Luftqualität in dem Gebiet, da dichter Rauch über der Stadt hängt. Meldungen über Tote oder Verletzte lagen nicht vor, allerdings seien bis zu 14 Bewohnerinnen und Bewohner noch nicht lokalisiert worden, erklärte Polizeichef John Nowels.
Hilfe und Ausblick
Die Evakuierung von 65.000 Menschen stellt die Behörden vor große Herausforderungen. Notunterkünfte wurden eingerichtet, die Lage bleibt angespannt. Die Brandursachen sind noch unklar, die Ermittlungen laufen. Die Feuerwehr rechnet damit, dass die Brände erst mit deutlich kühleren Temperaturen unter Kontrolle gebracht werden können.
In den kommenden Tagen wird die Region von einer neuen Hitzewelle heimgesucht, was die Löscharbeiten zusätzlich erschwert. Die Bewohner von Spokane, die ihre Häuser verlassen mussten, harren in provisorischen Unterkünften aus und hoffen auf baldige Entwarnung. Die Stadtverwaltung kündigte an, die Schäden zu dokumentieren und Wiederaufbauhilfe zu leisten.



