Ferrari Luce: Vom iPhone zum Elektro-Supersportler – Eine Design-Revolution
In Maranello bahnt sich eine kleine Revolution an, die die Zukunft der legendären Sportwagenmarke neu definiert. Ferrari präsentiert mit dem Luce sein erstes vollelektrisches Serienauto, und das Design des Innenraums stammt aus einer höchst ungewöhnlichen Quelle: Dem ehemaligen Apple-Chefdesigner Jony Ive und seinem Studio „LoveFrom“.
Fünf Jahre Arbeit an einer neuen Design-Sprache
Über einen Zeitraum von fünf Jahren hat Ive mit seinem Team am Cockpit des neuen Stromers gearbeitet, der den italienischen Namen „Luce“ trägt – was übersetzt „Licht“ bedeutet. Der Luce verkörpert eine interdisziplinäre Designsprache, die Apple-Ästhetik mit Ferrari-Rennsport-DNA verschmilzt. Besonders auffällig ist dabei der bewusste Kontrast zu Ives früheren Arbeiten.
Ironie des Designs: Vom Touchscreen zurück zu physischen Knöpfen
Während Jony Ive beim iPhone fast alle physischen Tasten eliminierte, setzt er beim Ferrari Luce genau auf das Gegenteil. Das Cockpit ist geprägt von einer Fülle echter Schalter, gefräster Metallknöpfe und taktiler Taster. Ferrari betont dabei das Konzept der „Taktilität“ – das bewusste Fühlen und Drücken soll das Fahrerlebnis intensivieren und an die Rennsport-Tradition der Marke erinnern.
Das extrem aufgeräumte Lenkrad integriert Fahrmodi, Leistungsabstimmung und Tempomat direkt in Reichweite des Daumens. Sogar eine simulierte „Schaltfunktion“ ist vorhanden, um dem vollelektrischen Antrieb ein sportlicheres Gefühl zu verleihen und das geräuschlose Gleiten zu kompensieren.
Apple-Optik trifft auf Supersportler-Elemente
Ganz ohne den charakteristischen Apple-Flair kommt der Luce jedoch nicht aus. Gebürstetes Aluminium, klare Linienführung und edles Leder erinnern an die hochwertige Verarbeitung von Apple-Produkten. Der zentrale Bildschirm ist wie ein Tablet auf einem beweglichen Gelenk montiert und lässt sich zum Fahrer drehen – eine praktische und ästhetisch ansprechende Lösung.
Besondere Details unterstreichen die Fusion der Designwelten: Viel Glas im Innenraum, teilweise sogar extrem kratzfestes Gorilla-Glas aus der Smartphone-Produktion, sowie ein besonderer Schlüssel in Form des Ferrari-Emblems. Wird dieser in die Konsole gesteckt, verschwindet das Logo; beim Herausziehen leuchtet es im ikonischen Rennsport-Gelb.
Technische Daten: Elektro-Performance auf Ferrari-Niveau
Technisch hält sich Ferrari noch bedeckt, doch einige Leistungsdaten sind bereits bekannt. Der viertürige Luce soll in nur etwa 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und eine Reichweite von rund 513 Kilometern bieten. Die vollständige Vorstellung des Fahrzeugs ist für Mai geplant.
Fest steht: Mit dem Luce und der Zusammenarbeit mit Jony Ive demonstriert Ferrari, dass die Marke die elektrische Zukunft ernst nimmt und dabei ihre Design-Philosophie neu interpretiert. Die Verbindung von traditioneller Rennsport-Ästhetik mit modernster Elektrotechnologie und ungewöhnlichem Design-Expertise könnte Maßstäbe für die gesamte Automobilindustrie setzen.



