Gastkommentar: Was Personalarbeit jetzt leisten muss
Gastkommentar: Was Personalarbeit jetzt leisten muss

Die Automobilindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Täglich fallen Tausende von Arbeitsplätzen weg, und der Druck auf Unternehmen steigt. Lea Corzilius, Personalchefin von ZF Friedrichshafen, plädiert in einem Gastkommentar für einen neuen Ansatz in der Personalarbeit: Unternehmen sollten ihre Beschäftigten aktiv in die nächste Phase ihrer Karriere begleiten, anstatt sie einfach zu entlassen.

Der Reformbedarf in Deutschland

In den vergangenen Monaten wurde viel über den Reformbedarf in Deutschland diskutiert: steigende Energiekosten, Investitionsdefizite in der Infrastruktur, Rückstände bei der Digitalisierung und eine hohe bürokratische Belastung. Der Veränderungsdruck ist enorm – sowohl für das Land als auch für die Unternehmen, die sich globalen Umwälzungen gegenübersehen. Besonders betroffen ist die Automobilindustrie, deren Geschäftsmodell sich grundlegend wandelt.

Personalwesen im Wandel

Das Personalwesen muss sich im gleichen Tempo weiterentwickeln wie die Industrie, die es unterstützt. Corzilius betont, dass die Arbeit der Personalabteilungen ein Balanceakt ist zwischen dem, was ein Unternehmen braucht, um wettbewerbsfähig zu bleiben, und der Verantwortung gegenüber den Beschäftigten. „Im Personalwesen dürfen wir uns nicht daran messen lassen, wie gut wir verwalten, sondern wie wirksam wir Transformation, Wettbewerbsfähigkeit und Menschlichkeit zusammenbringen“, schreibt sie.

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Schutz der Mitarbeiter, nicht der Positionen

Die Transformation hat ihren Preis: Monat für Monat fallen Tausende Jobs weg. Corzilius stellt klar: „Unsere Aufgabe ist es, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen, doch nicht zwingend die Position, die sie heute innehaben.“ Entscheidend sei, dass Menschen respektvoll, fair und aufrichtig behandelt werden, wenn Veränderungen sie betreffen. Unternehmen müssten Entscheidungen nachvollziehbar erklären und Menschen unterstützen – auch wenn sich ihre Aufgabe signifikant verändert oder sie das Unternehmen verlassen müssen, weil ihr Arbeitsplatz wegfällt.

Fazit: Menschlichkeit in der Transformation

Corzilius ruft dazu auf, die Balance zwischen Wettbewerbsfähigkeit und sozialer Verantwortung zu wahren. Die Personalarbeit müsse sich daran messen lassen, wie gut sie diese beiden Ziele vereint. Nur so könne die Automobilindustrie den Wandel erfolgreich gestalten und gleichzeitig ihren Beschäftigten eine Perspektive bieten.

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