Griechenland plant E-Scooter-Verbot für unter 17-Jährige
Griechenland: E-Scooter-Verbot für unter 17-Jährige

Griechenland plant ein weitgehendes Verbot von E-Scootern für Kinder und Jugendliche. Der stellvertretende Verkehrsminister Giorgos Kotsiras kündigte eine Gesetzesverschärfung an, die unter anderem eine Altersgrenze von 17 Jahren vorsieht. Über den Gesetzentwurf soll am Dienstag abgestimmt werden, wie Kotsiras dem Sender Skai TV mitteilte.

Hintergrund: Zahlreiche Unfälle mit jungen Fahrern

Grund für die geplante Verschärfung sind die steigenden Unfallzahlen unter jungen E-Scooter-Nutzern. Laut Kotsiras zeigen Statistiken, „dass es unter unseren Mitbürgern unter 17 Jahren erhöhte Unfallraten gibt“. Der Vereinigung griechischer Krankenhausmitarbeiter zufolge wurden im vergangenen Jahr rund 400 Kinder und Jugendliche bei E-Scooter-Unfällen verletzt, viele von ihnen tödlich.

Geplante Maßnahmen im Detail

Der Gesetzentwurf sieht nicht nur ein Verbot für unter 17-Jährige vor, sondern auch erhöhte Geldstrafen für unsicheres Fahren und eine verpflichtende Unfallversicherung. Damit reagiert die griechische Regierung auf die wachsende Zahl schwerer Unfälle, die oft durch riskantes Fahrverhalten oder mangelnde Erfahrung verursacht werden.

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Internationaler Vergleich: Strengste Regelung Europas?

Würde Griechenland das Gesetz wie geplant verabschieden, wäre es im internationalen Vergleich die strengste Regelung. In Deutschland dürfen Jugendliche bereits ab 14 Jahren E-Scooter nutzen, ähnliche Altersbeschränkungen gelten in vielen anderen europäischen Ländern. In Griechenland hingegen soll die Nutzung erst mit 17 Jahren erlaubt sein.

Unfallzahlen steigen auch in Deutschland

Die Zahl der E-Scooter-Unfälle nimmt europaweit zu. Allein in Deutschland wurden im vergangenen Jahr knapp 15.000 Unfälle mit E-Scootern registriert. Mobilitätsforscher Sören Groh bezeichnete die Situation als „Wildwest-Phase“ und forderte strengere Regeln. In einem Interview betonte er, dass nicht nur Rowdys und Betrunkene für die Unfälle verantwortlich seien, sondern auch die fehlende Infrastruktur und unzureichende Regulierung.

Auswirkungen auf den Alltag

Das geplante Verbot in Griechenland könnte den Alltag vieler Familien verändern. Bisher nutzen auch jüngere Jugendliche E-Scooter für den Schulweg oder Freizeitfahrten. Mit der neuen Regelung wäre dies nicht mehr erlaubt, was zu einer Verlagerung auf andere Verkehrsmittel führen könnte. Die Regierung hofft, durch die Maßnahmen die Zahl der schweren Unfälle deutlich zu senken.

Die Abstimmung über das Gesetz wird mit Spannung erwartet. Sollte es verabschiedet werden, tritt es vermutlich noch im Laufe des Jahres in Kraft. Verkehrsminister Kotsiras zeigte sich zuversichtlich, dass die neuen Regeln einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten werden.

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