Managerin zu fast fünf Jahren Haft verurteilt: Illegale Luxusauto-Lieferungen nach Russland
Haftstrafe für illegale Luxusauto-Lieferungen nach Russland

Managerin zu fast fünf Jahren Haft verurteilt: Illegale Luxusauto-Lieferungen nach Russland

Nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Europäische Union ihre Sanktionen gegen Russland massiv verschärft. Trotz dieser strikten Verbote hat eine Autohändlerin systematisch hochwertige Fahrzeuge im Wert von rund 15 Millionen Euro illegal in die Russische Föderation geliefert. Das Berliner Landgericht verurteilte die 47-jährige Angeklagte nun zu einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten.

Systematische Umgehung der Sanktionen

In insgesamt 143 Einzelfällen soll die russische Staatsangehörige, die ursprünglich nicht als Autohändlerin tätig war, Luxusfahrzeuge deutscher Hersteller unter bewusster Umgehung der geltenden Ausfuhrverbote nach Russland vermittelt haben. Laut Urteil des Berliner Landgerichts, das nach einer dreimonatigen Verhandlung erging, wurde die Angeklagte des gewerbs- und bandenmäßigen Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz schuldig gesprochen.

Die Richter ordneten zudem die Einziehung von Taterlösen in Höhe von etwa 15 Millionen Euro an. Der Vorsitzende Richter Simon Trost betonte, dass die Angeklagte ihre Geschäfte mit großer Akribie geführt habe. Zahlreiche Belege, darunter Scheinrechnungen, wurden sichergestellt und dienten als Beweismittel.

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Komplexes Netzwerk zur Verschleierung

Laut der Anklage begann die Managerin ihre illegalen Aktivitäten bereits im Frühjahr 2022, kurz nachdem die EU als Reaktion auf den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine strenge Sanktionen verhängt hatte. Seit dem 15. März 2022 ist der Export von Luxusgütern wie Autos ab einem Wert von 50.000 Euro in die Russische Föderation untersagt. Ab dem 24. Juni 2023 gilt dieses Verbot unabhängig vom Fahrzeugwert.

Um diese Regelungen zu umgehen, erweckte die Autohändlerin den Anschein, dass die Exporte in Länder wie Weißrussland, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan erfolgten. Tatsächlich wurden die Fahrzeuge jedoch unmittelbar in Russland zugelassen. Sie nutzte ihre Kontakte nach Moskau und in verschiedene russische Anrainerstaaten, um über Strohleute sowohl die Zahlungen als auch die Lieferungen zu vertuschen.

Festnahme und Geständnis

Die Angeklagte wurde im März des vergangenen Jahres in Bayern festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft. Im Zuge der Ermittlungen kam es zu Durchsuchungen in Landshut und Berlin-Spandau. Dem Urteil ging eine Verständigung der Prozessbeteiligten am vorletzten Verhandlungstag voraus.

Die Managerin gestand im Wesentlichen die Vorwürfe und bedauerte ihr Verhalten. Nach ihren eigenen Angaben habe sie das Risiko gesehen und in Kauf genommen, dass die Fahrzeuge entgegen der Zusicherungen ihrer Geschäftspartner doch in Russland verblieben. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von fünf Jahren gefordert, während die Verteidigung auf viereinhalb Jahre plädierte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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