Der Hamburger Schwergewichtsboxer Peter Kadiru (28) steht vor einem entscheidenden Kampf in seiner Karriere. Am Freitag trifft er im Rahmen der „Night of the Heavyweights“ in der SAP Arena in Mannheim auf Senad Gashi (36). Der Kampf wird live in der ARD-Mediathek und auf Sportschau.de übertragen.
Kadiru will nach K.o.-Niederlage zurück an die Spitze
Kadiru, der einst Jugend-Olympiasieger und Junioren-Weltmeister des WBC war, erlitt vor dreieinhalb Jahren eine herbe Niederlage: Er verlor überraschend durch K.o. gegen den Argentinier Marcos Antonio Aumada (39). Diese Pleite ließ seine Karriere ins Stocken geraten. Nach einem Wechsel zur neuen Promotion „Ringside Zone“ will der 28-Jährige nun wieder angreifen. Noch in diesem Jahr strebt er einen erneuten Titelkampf an.
Gashi: Der laute Herausforderer
Sein Gegner Senad Gashi ist ein Social-Media-Star und Vollblutkämpfer mit einer beeindruckenden Bilanz: 34 Siege, davon 32 durch K.o. Gashi ist zehn Zentimeter kleiner als Kadiru, dafür aber aggressiver, bissiger und lauter. Er hat zudem mehr Erfahrung gegen Weltklassegegner. „Ich weiß, das wird nicht der einfachste Kampf, aber ich weiß, dass ich den Kampf gewinnen werde“, zeigt sich Kadiru vor dem auf zehn Runden angesetzten Duell zuversichtlich.
Bereits in einer YouTube-Talkrunde des Veranstalters ging Gashi verbal in die Offensive. Er bezeichnete Kadiru als „Schlaftablette“ und warf ihm vor, keine Risiken eingehen zu wollen: „Der Typ redet für mich wie eine Schlaftablette. Ich glaube, du hörst da auf, wo es wehtut. Er will nicht ins Feuer. Er will immer schön sicher sein. Am liebsten würde er noch ein Kissen hinlegen.“ Gashi behauptete zudem: „Du bist 100 Prozent der bessere Boxer, aber ich bin der bessere Kämpfer.“
Kadiru ließ sich nicht provozieren und konterte ruhig: „Du bist nicht der bessere Kämpfer. Ich werde dir zeigen, dass ich der Beste bin, gegen den du jemals geboxt hast.“ Gashi antwortete mit einem weiteren Seitenhieb: „Viele deutsche Boxer sitzen bei Pressekonferenzen, als hätten sie einen Stock im Arsch. Es ist ja Fakt: Boxen ist in Deutschland eine brotlose Kunst. Und die wollen immer politisch korrekt sein, die wollen nichts Böses sagen, weil sie Angst haben, irgendwelche großen Sponsoren zu verlieren. Und dann halten sie irgendwelche Reden, als hätten sie einen Glückskeks abgelesen.“
Hauptkampf und weiteres Programm
Im Hauptkampf des Abends kämpfen Kadirus Stallkollege Emanuel Odiase (27) und der Engländer Nick Webb (38) um die IBF-EM im Schwergewicht. Zudem feiert Youtube-Star „Ringlife“ Edmon Avagyan (33, 610.000 Abonnenten) sein Profi-Debüt gegen Patrik Fiala (29) aus Tschechien.
Für Kadiru steht nun alles auf dem Spiel: Er muss im Ring beweisen, dass er mehr ist als nur ein Glückskeks-Sager – und dass er bereit ist für den nächsten Schritt in seiner Karriere.



