Der weltgrößte Elektronik-Auftragsfertiger Foxconn (Hon Hai Precision Industry) hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatzsprung von fast 40 Prozent auf rund 2,5 Billionen Taiwan-Dollar (knapp 69 Milliarden Euro) erzielt, wie das Unternehmen am Sonntag mitteilte. Damit übertraf der wichtigste Server-Bauer von Nvidia und größte iPhone-Monteur von Apple die Schätzungen von Analysten. Grund ist die rasant wachsende Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz (KI).
Foxconn: KI-Nachfrage treibt Cloud- und Netzwerkprodukte
Die starke KI-Nachfrage habe zu einem robusten Umsatzwachstum in der Sparte für Cloud- und Netzwerkprodukte geführt, führte Foxconn aus. Zudem habe das Unternehmen in der Sparte der intelligenten Unterhaltungselektronik, zu der iPhones gehören, ein signifikantes Wachstum verzeichnet. Für das dritte Quartal rechnet der Konzern mit weiteren Wachstum sowohl im Vergleich zum Vorquartal als auch zum Vorjahr. Konkrete Zahlenprognosen gibt Foxconn traditionell nicht ab. Zugleich warnte Foxconn vor den Auswirkungen der „volatilen“ weltweiten politischen und wirtschaftlichen Lage.
Nike übertrifft Umsatzerwartungen – Aktie legt zu
Der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike hat im abgelaufenen Quartal die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Die Erlöse im vierten Geschäftsquartal beliefen sich auf 10,97 Milliarden Dollar, wie der Adidas-Konkurrent am Dienstag mitteilte. Analysten hatten laut LSEG-Daten im Schnitt mit 10,86 Milliarden Dollar gerechnet. Der Gewinn pro Aktie lag bei 72 Cent. Darin enthalten war ein positiver Effekt von 52 Cent durch die erwartete Erstattung von Importzöllen. Die Nike-Aktie, die im bisherigen Jahresverlauf 35 Prozent an Wert verloren hat, legte im nachbörslichen Handel um rund zwei Prozent zu. Konzernchef Elliott Hill versucht derzeit, das Unternehmen wieder auf Kernsportarten wie Fußball und Laufen auszurichten. Zudem will er die Beziehungen zum Großhandel wiederbeleben, die unter seinem Vorgänger zugunsten des Direktvertriebs gekappt worden waren. Der Umbau fällt jedoch in ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld, das von Zöllen und dem Krieg im Iran geprägt ist.
Primark-Mutter AB Foods: Zuckergeschäft belastet Bilanz
Trotz wachsender Umsätze bei der Modekette Primark rechnet der Mutterkonzern AB Foods für das laufende Geschäftsjahr weiterhin mit einem Rückgang des bereinigten Betriebsgewinns. Grund dafür sei vor allem das schwächelnde Zuckergeschäft, dessen Umsatz im dritten Quartal um vier Prozent gesunken sei, teilte AB Foods am Mittwoch mit. Der Nahost-Konflikt habe die Gaspreise in die Höhe getrieben, was die Gewinnaussichten in Europa eintrübe. Derweil legte der Umsatz der Modekette Primark im dritten Geschäftsquartal währungsbereinigt um drei Prozent zu. Im Lebensmittelgeschäft, zu dem Marken wie Ovomaltine und Twinings gehören, stiegen die Erlöse um ein Prozent. Der Konzern bekräftigte seine Pläne, die Fast-Fashion-Tochter Primark bis Ende 2027 abzuspalten und an die Börse zu bringen. Analysten erwarten für das bis September laufende Bilanzjahr im Schnitt ein bereinigtes Betriebsergebnis von 1,55 Milliarden Pfund (1,85 Milliarden Euro) – ein Rückgang gegenüber den 1,73 Milliarden Pfund im Vorjahr.
HPE: KI-Boom beschert Rekordquartal – Aktie schießt hoch
Hewlett Packard Enterprise (HPE) hat dank des rasanten Ausbaus von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) im zweiten Quartal Rekordergebnisse erzielt und seine langfristigen Finanzziele um zwei Jahre vorgezogen. Der Umsatz stieg um 40 Prozent auf 10,7 Milliarden Dollar und übertraf damit die durchschnittlichen Analystenschätzungen von 9,8 Milliarden Dollar deutlich, wie aus LSEG-Daten hervorgeht. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 79 Cent ebenfalls über den Erwartungen von 53 Cent. Die Aktien des US-Konzerns schossen am Montag im nachbörslichen Handel um 36 Prozent in die Höhe. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet HPE nun mit einem Umsatzwachstum zwischen 29 und 33 Prozent, nachdem zuvor 17 bis 22 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll dann bei 3,35 bis 3,45 Dollar liegen. Damit würde der Konzern seine ursprünglichen Ziele für 2028 schon vorzeitig übertreffen. Für das Geschäftsjahr 2027 prognostizierte HPE ein Umsatzwachstum von acht bis zwölf Prozent und lag damit über den Schätzungen von 5,8 Prozent.
Nvidia erneut mit Quartalsergebnissen über Markterwartungen
Der stetig wachsende Bedarf an Hochleistungsprozessoren für Künstliche Intelligenz (KI) hat Nvidia erneut zu einem Umsatz- und Gewinnsprung verholfen. „Der Bau von KI-Rechenzentren – das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte der Menschheit – schreitet mit außerordentlicher Geschwindigkeit voran“, sagte Jensen Huang, Gründer und Chef des weltgrößten Chipkonzerns, am Mittwoch. Er kündigte zusätzliche Aktienrückkäufe im Volumen von 80 Milliarden Dollar an. Zudem soll die Quartalsdividende auf 0,25 von 0,01 Dollar je Aktie angehoben werden. Im abgelaufenen Quartal steigerte Nvidia den Umsatz um 85 Prozent auf 81,6 Milliarden Dollar. Die Erlöse mit Chips für Rechenzentren verdoppelten sich nahezu auf 75,2 Milliarden Dollar. Gestützt auf eine leicht verbesserte Gewinnmarge kletterte der bereinigte Gewinn auf 1,87 Dollar je Aktie. Für das angelaufene Vierteljahr peilt der weltweit wertvollste Konzern einen Umsatz von 91 Milliarden Dollar an, plus/minus zwei Prozent. Alle diese Kennziffern lagen über den Markterwartungen.
Weitere Unternehmenszahlen: Delivery Hero, FlatexDegiro, Evonik, H&M, Brenntag, Hornbach, Macy's, CTS Eventim, Salesforce, BayWa, Xiaomi, Richemont, Deere, Walmart, Südzucker, Axel Springer, Generali, Swiss Life, Stihl
Der Technologie-Investor Prosus (Delivery-Hero-Großaktionär) steigerte Umsatz um 57 Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar und Gewinn um 84 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar. Der Online-Broker FlatexDegiro erreicht seine Ziele für 2027 bereits in diesem Jahr: Umsatzsprung um 16 Prozent auf 650 Millionen Euro, Konzernergebnis plus 25 Prozent auf rund 200 Millionen Euro. Evonik profitierte von Lieferengpässen in Asien und hob die Prognose an: bereinigtes Ebitda im zweiten Quartal zwischen 600 und 650 Millionen Euro. H&M verfehlte die Gewinnerwartungen: operatives Ergebnis stagnierte bei 5,91 Milliarden Kronen. Brenntag hob die Gewinnprognose für 2026 an: operatives Ebitda im zweiten Quartal 450 Millionen Euro. Hornbach steigerte den Umsatz um 4,9 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro, Gewinn sank auf 104 Millionen Euro. Macy's verzeichnete erstmals seit 15 Quartalen wieder Umsatzwachstum (+1,8 Prozent auf 4,68 Milliarden Dollar). CTS Eventim profitierte von Olympischen Winterspielen: Umsatz plus 23 Prozent auf 613,5 Millionen Euro. Salesforce erzielte Rekordquartal dank KI, Ausblick enttäuschte jedoch. BayWa-Umsatz schrumpfte um 1,3 Milliarden Euro auf 2,3 Milliarden Euro. Xiaomi verzeichnete Gewinneinbruch von 43 Prozent auf 6,1 Milliarden Yuan. Richemont wuchs dank Schmuckgeschäft: Umsatz plus 11 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro. Deere übertraf Gewinnerwartungen dank Baumaschinen-Boom. Walmart gab vorsichtigen Ausblick trotz starkem Jahresauftakt. Südzucker rutschte tiefer in die roten Zahlen: Verlust 362 Millionen Euro. Axel Springer verdoppelte bereinigtes Ebit auf 54,1 Millionen Euro. Generali steigerte operatives Ergebnis um 8,1 Prozent auf 2,23 Milliarden Euro. Swiss Life wuchs: Prämieneinnahmen plus 5 Prozent auf 8,2 Milliarden Franken. Stihl will Umsatzniveau halten, kein weiterer Personalabbau geplant.



