Mit seiner Band Kreator definierte Mille Petrozza den deutschen Heavy Metal neu. Doch der Weg an die Spitze war steinig. In seiner Jugend im Ruhrpott hasste Petrozza es, Gitarre zu lernen. Sein Vater drängte ihn immer wieder zu einem Gitarrenkurs, doch der junge Mille weigerte sich beharrlich. „Er ging mir mit dem Gitarrenkurs auf die Nerven“, erinnert sich Petrozza. „Er liebte Musik und wollte unbedingt, dass ich diesen dämlichen Gitarrenkurs besuche.“
Die Rettung durch Kiss
Was den späteren Metal-Star letztlich zur Musik brachte, war die Band Kiss. Ihr Auftritt im Fernsehen faszinierte den jungen Petrozza so sehr, dass er plötzlich selbst Gitarre spielen wollte. „Ich sah Kiss im Fernsehen und dachte: Das will ich auch“, sagt er. Von da an übte er täglich stundenlang und legte den Grundstein für seine Karriere. Ohne Kiss wäre Kreator vielleicht nie entstanden.
Vom Ruhrpott-Jungen zum Metal-Ikone
Petrozza wuchs im Ruhrgebiet auf, einer Region, die für ihre Industriekultur und harte Arbeit bekannt ist. Diese Prägung spiegelt sich in der Musik von Kreator wider: roh, kraftvoll und unverfälscht. Die Band wurde 1982 gegründet und zählt heute zu den erfolgreichsten deutschen Metal-Bands. Petrozza ist nicht nur Sänger und Gitarrist, sondern auch Songwriter und Produzent. Seine Texte behandeln oft gesellschaftskritische Themen, Krieg und Tod.
Der Mensch hinter der Maschine
Hinter der mächtigen Musikmaschine Kreator steht ein bescheidener und nachdenklicher Mensch. Petrozza ist bekannt für seine Bodenständigkeit und seinen Humor. Er lebt noch immer in seiner Heimatstadt Essen und engagiert sich für soziale Projekte. „Ich bin immer noch derselbe Junge aus dem Ruhrpott“, sagt er. „Die Musik hat mir geholfen, meine Emotionen zu verarbeiten und mich auszudrücken.“
Einfluss auf die Metal-Szene
Kreator hat den deutschen Metal maßgeblich geprägt. Zusammen mit Bands wie Sodom und Destruction bilden sie den sogenannten „Teutonic Thrash Metal“. Petrozza gilt als einer der einflussreichsten Metal-Musiker Deutschlands. Sein Stil und seine Bühnenpräsenz haben Generationen von Musikern inspiriert.
Heute blickt Petrozza dankbar auf seine Karriere zurück. „Ich habe meinen Traum gelebt“, sagt er. Und das alles begann mit einem Gitarrenkurs, den er zunächst so sehr hasste – und einer Band namens Kiss, die ihn rettete.



