Mal eben zum Bäcker oder zur Kita – klingt harmlos, ist es aber nicht. Wer sein Auto überwiegend auf kurzen Strecken bewegt, riskiert höheren Verschleiß, mehr Verbrauch und teure Reparaturen. Alles unter rund zehn Kilometern gilt als Kurzstrecke. Je nach Außentemperatur kann selbst das zu wenig sein.
Das Problem: In dieser Zeit wird der Motor meist nicht richtig warm. In der Folge bleibt das Öl zäh und schmiert schlechter. Bauteile reiben dadurch stärker aneinander. Gleichzeitig gelangt unverbrannter Kraftstoff ins Motoröl, das dadurch schneller altert.
Kurzstrecken treiben auch den Verbrauch nach oben. Im Kaltlauf braucht der Motor mehr Sprit. Zusätzlich leidet die Batterie: Sie wird bei kurzen Fahrten nicht ausreichend geladen – besonders im Winter drohen Startprobleme. Zudem sammelt sich im Auspuff Kondenswasser, das bei fehlender Wärme nicht verdampft. Rost von innen ist die Folge.
Doch es gibt auch Unterschiede bei den Antrieben. Für Diesel sind Kurzstreckenfahrten das pure Gift. Der Motor wird langsamer warm, der Partikelfilter reinigt sich nicht. Irgendwann ist er verstopft – das Auto geht in den Notlauf. Reparaturkosten im vierstelligen Bereich sind keine Seltenheit. Aber auch moderne Benziner mit Partikelfilter (OPF) benötigen regelmäßig längere Fahrten, um Probleme zu vermeiden.
Kleine Benziner kommen mit kurzen Wegen besser klar als große Motoren oder Diesel. Plug-in-Hybride sind auf Kurzstrecke im Vorteil, wenn sie konsequent elektrisch gefahren und regelmäßig geladen werden. Am besten geeignet sind Elektroautos: kein Kaltstart, kein Öl, kein Auspuff, kein Filter. Für die Stadt sind sie technisch im Vorteil – vorausgesetzt, man kann laden.
Wenn Kurzstrecken unvermeidbar sind, hilft mindestens einmal pro Woche eine längere Fahrt, damit Motor und Abgasanlage richtig warm werden. Ölwechsel früher durchführen als vorgeschrieben und im Winter die Batterie gelegentlich extern laden.



