Angriff auf LNG-Tanker in der Straße von Hormus – Explosionsgefahr
LNG-Tanker nach Angriff in Straße von Hormus droht zu explodieren

Ein mit Flüssigerdgas (LNG) beladener Tanker aus Katar ist nahe der strategisch wichtigen Straße von Hormus von Raketen getroffen worden und droht zu explodieren. Nach Angaben eines Insiders der Nachrichtenagentur Reuters brach im Maschinenraum des Schiffes „Al Rekayyat“ ein Feuer aus. Die Besatzung werde derzeit evakuiert, Verletzte gebe es nicht. Es ist der erste derartige Angriff auf einen LNG-Tanker aus Katar seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar.

Hintergründe des Angriffs

Die iranische Revolutionsgarde soll in der Nacht Raketen auf Schiffe in der Nähe der Wasserstraße abgefeuert haben. Neben der „Al Rekayyat“ wurde auch ein unter saudiarabischer Flagge fahrender Rohöltanker beschädigt. Der Tanker der Reederei Nakilat wurde auf der omanischen Seite der Meerenge getroffen, wie vier mit dem Vorfall vertraute Personen Reuters mitteilten. Die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) bestätigte, dass ein Tanker rund acht Seemeilen vor dem omanischen Küstenort Lima von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen wurde und an Bord ein Feuer ausbrach.

Reaktionen und geopolitische Bedeutung

Wer hinter dem Angriff steckt, blieb zunächst unklar. Das Portal „Axios“ berichtete unter Berufung auf zwei US-Beamte, die iranischen Revolutionsgarden hätten mindestens zwei Raketen auf Frachter abgefeuert. Ein Beamter sagte demnach, zwei Schiffe seien durch den Beschuss stark beschädigt worden. Eine offizielle Reaktion der US-Regierung blieb zunächst aus. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Öl- und Gastransport. Katar hat gemeinsam mit Pakistan ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran für ein Kriegsende vermittelt.

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Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hatte zuvor eine finanzielle Beteiligung des Iran an einer möglichen europäischen Minenräummission in der Straße von Hormus ins Gespräch gebracht. „Der Iran hat rechtswidrig eine internationale Seefahrtsstraße vermint“, sagte Wadephul dem „Handelsblatt“. Zwar werde Deutschland bei einer Räumung vorerst keine Gebühren verlangen, im Grunde sei dies jedoch gerechtfertigt. Der Iran müsse für den von ihm angerichteten Schaden aufkommen.

Wadephul in Israel: Warnung vor Schwächung der Palästinensischen Autonomiebehörde

Bei einem Besuch in Israel warnte Bundesaußenminister Johann Wadephul vor einer Schwächung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA). „Dies dient nicht der Sicherheit Israels“, sagte Wadephul in Jerusalem. Vielmehr könne dadurch ein Vakuum entstehen, das radikalere Kräfte füllen könnten. Die PA sei zwar reformbedürftig, benötige jedoch die ihr zustehenden Steuer- und Zolleinnahmen für grundlegende Dienstleistungen. Wadephul forderte erneut die Freigabe dieser Gelder durch die israelische Regierung.

Gemeinsam mit seinem israelischen Amtskollegen Gideon Saar unterzeichnete Wadephul zudem eine Vereinbarung, die finanzielle Unterstützung für die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem deutlich zu erhöhen. Die bisherige jährliche Förderung von insgesamt einer Million Euro werde bis zum Ende des Jahrzehnts auf fünf Millionen Euro erhöht, teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts mit. Mit den zusätzlichen Mitteln sollen unter anderem die Bestände von Yad Vashem digitalisiert und Bildungsprogramme zum Holocaust ausgebaut werden.

Friedensgespräche zwischen Israel und Libanon in Rom

Der israelische Außenminister Gideon Saar kündigte für die nächste Woche eine neue Runde von Friedensgesprächen mit dem Libanon in der italienischen Hauptstadt Rom an. „Vor weniger als zwei Wochen haben Israel, der Libanon und die USA ein historisches Rahmenabkommen erreicht“, sagte Saar bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesaußenminister Wadephul in Jerusalem. „Diese Gespräche sollen nächste Woche in Rom in Italien fortgesetzt werden.“ Der italienische Außenminister Antonio Tajani bestätigte die Gespräche. Einem Sprecher des Ministeriums zufolge werden die Gespräche auf Botschafterebene am 15. und 16. Juli stattfinden. Es wird die sechste Verhandlungsrunde zwischen den beiden Nachbarländern seit Anfang des Jahres sein.

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Trauerfeiern für Chamenei gehen weiter

Im Iran gehen die öffentlichen Trauerfeierlichkeiten für den getöteten obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei den vierten Tag in Folge weiter. In der iranischen Stadt Ghom, dem Zentrum der schiitischen Geistlichkeit, leitete am frühen Morgen der 93 Jahre alte Kleriker Abdullah Dschawadi-Amoli das Totengebet, wie Staatsmedien berichteten. Menschenmassen waren auf Luftaufnahmen in der Pilgerstadt zu sehen. Am Mittwoch sind Zeremonien im Nachbarland Irak geplant, ehe Chamenei am Donnerstag in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden soll.

Chamenei war am 28. Februar durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Irans Hauptstadt getötet worden. Anschließend führten die USA und Israel mehr als fünf Wochen Krieg gegen den Iran, bis sich Vertreter aus Washington und Teheran Anfang April auf eine Waffenruhe einigten.

Iran: Keine Verhandlungen bei weiteren Drohungen

Der Iran wird nach den Worten von Außenminister Abbas Araghchi keine Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen mit den USA aufnehmen, solange die Drohungen aus Washington andauern. „Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen werden nicht beginnen, wenn die Drohungen anhalten“, schrieb Araghchi auf der Plattform X. Er reagierte damit auf eine Äußerung von US-Präsident Donald Trump, der gedroht hatte, „den Job zu Ende zu bringen“, sollte keine Einigung erzielt werden. Araghchi verwies auf ein im vergangenen Monat unterzeichnetes Zwischenabkommen, in dem sich beide Seiten verpflichtet hatten, auf die Androhung oder Anwendung von Gewalt gegeneinander zu verzichten.