Mercedes Zetros 6x6: Luxus-Wohnmobil durch die eisige Mongolei-Steppe
Mercedes Zetros: Luxus-Wohnmobil in der Eiswüste

Mercedes Zetros 6x6: Luxus-Wohnmobil durch die eisige Mongolei-Steppe

Eisige Temperaturen, gefrorene Landschaften und buckelige Pisten – die mongolische Steppe im Winter ist kein typisches Reiseziel. Außer man reist im Mercedes Zetros 6x6, der mit einem kuscheligen Wohncontainer zum Luxus-Wohnmobil umgebaut wurde. Dieser extrem geländegängige Lastwagen, normalerweise für Militär oder Katastrophenschutz im Einsatz, erkundet privat die abgelegensten Regionen.

Ein Koloss für Abenteurer

Wer in seinem Urlaub abseits ausgetretener Pfade fahren möchte, ist mit dem großen Bruder der G-Klasse bestens bedient. Spezialunternehmen bauen ihn für niedrig sechsstellige Preise zum Luxus-Wohnmobil um. Dann verliert selbst das am wenigsten dicht besiedelte Land der Welt seinen Schrecken. Auf mehr als viermal so viel Fläche wie Deutschland gibt es weniger asphaltierte Straßen als in Berlin, doch weder die spärliche Infrastruktur noch Temperaturen zweistellig unter Null können die Urlaubsfreude trüben.

Der Zetros verfügt über sechs angetriebene Räder, jedes davon mehr als hüfthoch und mit Stollen groß wie Bauklötze. Acht Standardgänge werden durch genauso viele Untersetzungsgänge und drei Differenzialsperren ergänzt. Sollte das meterdicke Eis auf Seen wie dem Dood Tsagaan den bis zu 27 Tonnen schweren Koloss nicht mehr tragen, sichern ihm 1,20 Meter Wattiefe oft das Weiterkommen.

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Gemütlichkeit in der Eiswüste

Fahrer müssen sich allerdings umstellen. Das beginnt beim Aufsteigen wie auf einen Hochsitz, bevor man sich in den luftgefederten Sessel fallen lässt. Ein Lenkrad so groß wie ein Gullydeckel liegt vor der Brust, aber es ist viel zu leichtgängig für sportliche Fahrten. Der Zetros ist von der gemütlichen Sorte, auch wenn sein 7,2-Liter-Diesel mit 240 kW/326 PS und 1.300 Nm Drehmoment imposant zu Werke geht.

Wenn sich mit lauten Zischen die Druckluftbremse löst, braucht es Geschick im Spiel mit dem manuellen Getriebe und fein dosiertes Zwischengas, um den Bullen in Bewegung zu bringen. Selbst ohne Verkehrsordnung sind mehr als 100 km/h kaum drin, und man muss vorausschauend fahren, damit der Koloss nicht außer Kontrolle gerät. Bodenwellen unter dem Schnee oder umgestürzte Bäume lassen den Fahrer auf seinem luftgefederten Sitz wie auf einem Trampolin hüpfen.

Allein auf weiter Flur

Rücksicht und Umsicht, im europäischen Straßenverkehr unumgänglich, kann man in der Mongolei getrost ablegen. Andere Autos bekommt man hier oft stunden- oder tagelang nicht zu Gesicht. Ein paar Hirten mit ihren Schaf- oder Yak-Herden sind die einzigen Lebewesen in dieser Einöde. Oft gibt es nicht einmal Straßenspuren, man fährt einfach dem Horizont entgegen wie ein Kapitän auf hoher See.

Reisen in der winterlichen Mongolei sind schwer planbar, weil man nie weiß, ob man sich auf einer offiziellen Piste befindet oder sich gerade selbst seine Strecke planiert. Hinter jeder Kurve kann eine eingestürzte Holzbrücke, eine eisige Rutschbahn oder eine haushohe Schneewehe warten. Doch das stört echte Abenteurer nicht, denn der Weg ist das Ziel.

Luxus-Oase in unwirtlicher Welt

Der Zetros trägt sein Appartement immer mit sich, zur Luxus-Oase in der Einöde aufgerüstet. Es gibt eine Küchenzeile samt Spülmaschine, eine gemütliche Sitzecke, ein kleines Marmorbad mit Fußbodenheizung und eine Mastersuite mit mehr Komfort als in den meisten Hotelzimmern. Eingehüllt in eine kuschelige Decke mit Kaminfeuer auf dem Flachbildschirm und Kaffeeduft aus der Küchenzeile – schöner kann ein Urlaubstag kaum beginnen.

Bei -25 Grad muss man allerdings zwischendurch nach draußen, um vorn in die Kabine zu klettern und den Diesel mit der Standheizung eine Viertelstunde vorzuwärmen. Dann steht einem ein neuer Tag voller Abenteuer offen. Solange noch Diesel im 500-Liter-Tank ist und frisches Wasser in diversen anderen, zieht es hier keinen heim. Man fährt bis ans Ende der Welt und danach einfach immer weiter.

Kontrollanrufe von zu Hause sind nicht zu befürchten, denn der Besitzer hat sich aus gutem Grund gegen eine Satelliten-Antenne entschieden. Warum sollte man sich mit so einem Auto alle Freiheiten erkaufen, nur damit ein Telefonat sie wieder zunichtemacht?

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Technische Daten im Überblick

Motor und Antrieb: Sechszylinder-Diesel mit 7.200 ccm Hubraum, maximal 240 kW/326 PS Leistung und 1.300 Nm Drehmoment. 6x6-Allradantrieb mit 16-Gang-Schaltgetriebe.

Maße und Gewichte: Länge 8.329 mm, Breite 2.530 mm, Höhe 2.830 mm plus Aufbauten, Radstand 4.750 + 1.450 mm, Gesamtgewicht ca. 27.000 kg. Umbau durch Hartmann Spezialkarosserien.