Das Ticket für die Champions League im Heimspiel gegen St. Pauli wäre sicher sein schönstes Geburtstagsgeschenk. RB Leipzig-Juwel Assan Ouédraogo wird heute 20 Jahre alt. Vorab sprach er mit BILD über Gerüchte, seine Zukunft und die WM-Chancen.
Liverpool-Gerüchte: Kein Thema für Ouédraogo
Aus England heißt es, der FC Liverpool sei an ihm interessiert und bereit, 40 Millionen Euro zu zahlen. Doch Ouédraogo wiegelt ab: „Nein! Ich glaube, solche Gerüchte gibt es immer einmal wieder, so ist das im Fußball. Das geht bei mir bei einem Ohr rein – und beim anderen wieder raus. Sonst wird man ja verrückt, wenn man alles glauben würde, was über einen geschrieben wird. Ich bin jetzt hier in Leipzig und alles andere interessiert mich eigentlich gar nicht.“
Fokus auf RB Leipzig
Auf die Frage, ob er den Fans versprechen könne, im Sommer zu bleiben, antwortet er: „Mein voller Fokus liegt auf RB. Ich will hier auf jeden Fall nächstes Jahr die nächsten Entwicklungsschritte gehen.“
Entwicklungsschritte: Verletzungsfrei bleiben und Verantwortung übernehmen
Wie könnten diese aussehen? „Gerne eine ganze Saison ohne Verletzung durchzukommen. Das wäre schon das Wichtigste. Und ich will mehr Verantwortung übernehmen, auf meine Art und Weise. Ich bin kein Lautsprecher. Aber es braucht ja auch zum Beispiel nicht bloß 25 David Raums und keine 25 Antonio Nusas, die total unterschiedliche Typen sind. Am Ende geht es um einen guten Mix.“
Saisonrückblick: Ups und Downs
Nach dem Umbruch im Sommer gab es viele Fragezeichen. Wie bewertet er die Saison? „Wenn wir in die Champions League kommen, haben wir das Ziel erreicht, was wir uns vor der Saison vorgenommen haben. Das zählt in erster Linie. Ich glaube, wir hatten ein paar Spiele drin, wo wir auf jeden Fall mehr hätten rausholen können – daheim und in Mainz. Und beim Dortmund-Spiel, wo wir 2:0 führen und in der letzten Minute das 2:2 kassieren.“
Mit seiner eigenen Saison ist er nur bedingt zufrieden: „Schwer zu bewerten. Es gab viele Ups und Downs. Angefangen hat es richtig gut. Im November hatte ich mein Debüt bei der A-Nationalmannschaft mit einem Tor. Die Entwicklung war gut dieses Jahr. Aber sie ist durch die Verletzungen natürlich auch ein bisschen gestoppt worden.“
Verletzungsproblematik: Anpassungen im Lebensstil
Das Thema Verletzungen zieht sich leider durch. Wie schwer ist es, auf 100 Prozent zu kommen? „Ich habe jetzt wieder ein paar Spiele gemacht, von daher fühle ich mich wieder gut und bin bei 100 Prozent. Ein paar Dinge habe ich auch angepasst, mich und mein Umfeld noch professioneller aufgestellt. Da geht es um Yoga, Ernährung, Schlaf.“
Bereut er es, nicht eher auf solche Details geachtet zu haben? „So denke ich nicht. Ich glaube, es gehört ja auch dazu, dass man seinen Körper besser kennenlernt, wenn man älter wird. Und manche Sachen kann man auch einfach nicht verhindern. Also wenn mir jemand von hinten reingrätscht, macht es keinen Unterschied, ob ich um 22 Uhr oder später schlafen gegangen bin. Aber, klar: Schaden tut es auch nicht.“
WM-Traum: Ouédraogo hofft auf Nominierung
Noch zwei Spiele, dann ist die Saison beendet. Hat er schon Urlaub gebucht? „Ich weiß, worauf Sie hinauswollen. (grinst) Ich habe noch nichts gebucht. Aber eigentlich, weil ich generell fast nie in den Urlaub fliege. Ich bin froh, wenn ich mal zu Hause bin.“
Die Frage zielt auf die WM im Sommer ab (11. Juni bis 19. Juli). Nach seinem starken Debüt im November ist auch er ein Kaderkandidat. „Ja, der Einstand war super. Das Spiel in Leipzig mit meinem Joker-Tor lief perfekt. Ein Traum ging da in Erfüllung. Ich habe mich beim Team gleich wohlgefühlt. Und auch der Draht zum Bundestrainer war sofort sehr gut. Insofern gibt es hoffentlich noch eine Chance, für die ich alles geben werde.“
Wann gab es den letzten Austausch mit Julian Nagelsmann? „Im Januar, als ich mich verletzt habe. Da hat er mir auch gesagt, es kommt natürlich auf mich an, wie ich jetzt wieder fit werde und reinkomme.“
WM-Chancen: Kein großer Druck
Wie schätzt er seine WM-Chancen ein? „Es sind jetzt noch zwei Spiele, wo ich mich zeigen kann. Ich will mir keinen zu großen Druck machen. Aber eine Nominierung wäre natürlich ein Traum und würde mich sehr stolz machen. Und ich würde natürlich jede Rolle akzeptieren, mich im Training oder auch bei Kurzeinsätzen voll reinhauen.“
Dann gäbe es ein Duell mit der Elfenbeinküste und RB Leipzig-Kollege Yan Diomande. „Ja, das wäre schon cool. Es ist immer eine Freude, Yan zuzugucken. Wahnsinn, was er abreißt. Immer, wenn man denkt, man hat schon alles von ihm gesehen, kommt wieder was Neues.“
Schalke-Aufstieg: Freude auf Wiedersehen mit Freunden
Zum Abschluss: Sein Ex-Klub Schalke ist zurück in der Bundesliga. Worauf freut er sich in den Duellen jetzt besonders? „Zuerst einmal: Ich habe mich sehr über den Aufstieg gefreut. Und jetzt auf das Wiedersehen mit zwei meiner besten Freunde – Vitalie Becker und Mertcan Ayhan. Mit denen habe ich ja seit der U9 zehn Jahre lang zusammen auf Schalke gespielt.“



