Der brutale Zollhammer von US-Präsident Donald Trump (79) sorgt für Widerstand in Deutschland. Auf der Plattform Truth Social hatte Trump angekündigt, den Zoll auf Auto- und Lastwagenimporte aus der Europäischen Union in die USA auf 25 Prozent zu erhöhen. Der neue Satz soll ab kommender Woche gelten. Deutsche Politiker reagieren empört.
Hessens Europaminister fordert entschlossene Schritte
Hessens Staatsminister für Europa, Manfred Pentz (46, CDU), fordert nach Trumps Zolldrohung entschlossene Schritte der EU. Pentz zu BILD: „Wer den Kern unserer Industrie unverhohlen attackiert, muss mit klarer Reaktion rechnen. Wir dürfen uns nicht unter Druck setzen lassen.“ Die deutsche Autoindustrie dürfe „nicht zum Spielball innenpolitischer Interessen in den USA werden“. Denn: „Unsere Marken stehen weltweit für Qualität und Erfolg – das lassen wir uns von keiner Administration schlechtreden“, so Pentz weiter. Der CDU-Minister fordert: „Eine selbstbewusste Europäische Union sollte jetzt zusammenstehen und entschlossen antworten.“
USA sind wichtigster Autokunde Deutschlands
Fakt ist: Die USA sind Deutschlands wichtigster Autokunde. 2025 wurden Kraftwagen und -teile für 28,5 Milliarden Euro dorthin exportiert (ein Minus von 17,8 Prozent zu 2024). Wenn die Zahlen sinken, ist das existenzbedrohend. Top-Ökonom und Ifo-Präsident Prof. Clemens Fuest (57): „Die Zollerhöhungen treffen die deutsche Autoindustrie in einer ohnehin schwierigen Lage. Falls daraus ein neuer Handelskrieg wird, droht Deutschland 2026 eine Rezession.“
Grünen-Fraktionsvize fordert mehr Härte
Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch (41) fordert mehr Härte im Umgang mit den USA. Audretsch zu BILD: „Dem Kanzler muss jetzt klar sein, Schluss mit Wegducken! Donald Trump versteht nur Stärke. Deutschland und Europa müssen bereit sein, sich zu wehren. Der EU-Zoll-Deal mit den USA muss verschoben werden, bis die USA ihr Zoll-Chaos beendet haben.“ Der Grünen-Politiker fordert eine Digitalsteuer von zehn Prozent auf die Umsätze von Amazon, Apple, Google und Co., die „in Deutschland fast gar keine Steuern zahlen, obwohl sie hier riesige Umsätze machen“ (Einnahmen für den Fiskus: bis zu 10 Mrd. Euro). Und er fordert: „Der Kanzler sollte jetzt eine Allianz der Gegenmacht schmieden.“ Sprich: Ein Bündnis mit Staaten wie Kanada, Japan oder Australien, „die auf faire Zusammenarbeit und verlässliche Regeln setzen“.
BSW-Gründerin Wagenknecht fordert Kündigung des Zoll-Deals
Kompromisslos reagiert auch BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht (56). Analog zu den Grünen fordert sie eine „Digitalsteuer für Tech-Giganten“ und das „Aufkündigen des Zoll-Deals, einschließlich der zugesagten überteuerten Energieimporte aus den USA“. Denn: Trump habe „mit seinem jetzt angekündigten Schritt den Deal ohnehin bereits einseitig gebrochen“.
Bundesregierung setzt auf Deeskalation
Klar ist: Die Bundesregierung will den Zoll-Streit nicht weiter eskalieren. In einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Politikers Audretsch steht: Die Regierung setze sich „für einen ausgewogenen Ansatz ein“ und wolle so den „transatlantischen Handel bestmöglich stabilisieren“ und einen „Beitrag zu planbaren Rahmenbedingungen leisten“.



