Porsche-Absatz im ersten Halbjahr um 16 Prozent eingebrochen
Porsche-Absatz im ersten Halbjahr um 16 Prozent gesunken

Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche hat im ersten Halbjahr einen deutlichen Dämpfer beim Absatz verzeichnet. Mit insgesamt 122.306 Fahrzeugen lieferte die Volkswagen-Tochter 16 Prozent weniger aus als im Vorjahreszeitraum. Das gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Abwärts ging es in allen großen Märkten, besonders stark in China.

China-Absatz bricht um ein Drittel ein

In der Volksrepublik wurden gerade noch 14.501 Porsche verkauft – ein Drittel weniger als im Vorjahr und weniger als in Deutschland. Porsche begründete dies mit dem „weiterhin herausfordernden Marktumfeld“ und einem „Fokus auf einen wertorientierten Absatz“. Das Unternehmen steckt in China schon länger in der Krise und hat insbesondere bei Elektrofahrzeugen den Anschluss an die chinesische Konkurrenz verloren. Bei Verbrennern spielt eine Rolle, dass die hartnäckige Immobilienkrise wohlhabenden Chinesen den Kauf eines kostspieligen Neuwagens verleidet. Für das laufende Jahr rechnet Porsche mit einem Absatz in China von rund 30.000 Fahrzeugen – ein Viertel weniger als vor Jahresfrist. Zum Vergleich: 2021 wurden in China noch fast 100.000 Fahrzeuge ausgeliefert.

Rückgänge in Nordamerika und Europa

Auch auf den anderen Märkten läuft es für Porsche derzeit nicht rund. In Nordamerika wurden 13 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft, in Deutschland waren es sechs Prozent weniger. Im Rest Europas lag das Minus bei 14 Prozent, im Rest der Welt bei 18 Prozent. Hier machte sich insbesondere der Iran-Krieg bemerkbar, der die Nachfrage wohlhabender Käufer im Nahen Osten dämpft. Vertriebschef Matthias Becker sagte, insgesamt habe der Absatz unter dem Vorjahresniveau, aber im Bereich der Erwartungen gelegen.

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911er als Lichtblick

Ein Lichtblick in den Zahlen ist die Sportwagenikone 911, deren Absatz um 19 Prozent auf knapp 31.000 Fahrzeuge zulegte. Seine Hoffnungen setzt das Unternehmen nun unter anderem auf den elektrischen Cayenne, der seit Juni nach und nach im Markt eingeführt werde.

Sparprogramm und Stellenabbau

Porsche-Chef Michael Leiters verhandelt derzeit mit dem Betriebsrat über ein weiteres Sparprogramm, bei dem eine vierstellige Zahl von Stellen wegfallen dürfte. Er kündigte zuletzt unter anderem an, beim Fahrzeugportfolio den Rotstift anzusetzen und die Entwicklung grundsätzlich zu überdenken. Details will Leiters bei einem Kapitalmarkttag im Herbst vorstellen.

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