Fiona Rörig ist die Star-Designerin, die aus Sporttrikots außergewöhnliche Unikate für Prominente wie Thomas Müller, Ski Aggu und Ex-NFL-Profi Marcel Dabo fertigt. Im BILD-Interview verrät sie, wie aus einer spontanen Idee eine Erfolgsgeschichte wurde und warum ihre Designs keinen Cent kosten.
Vom Studium zur Selbstständigkeit
Eigentlich wollte Fiona nach ihrem Modedesign-Studium klassisch in der Branche Fuß fassen. Doch die Coronapandemie erschwerte den Berufseinstieg. Statt auf eine Stelle zu warten, machte sie sich selbstständig und baute sich mit Fashion-Content auf Social Media eine Community auf. Als langjährige Cheerleaderin war Sport für sie schon immer ein wichtiger Teil ihres Lebens.
Die entscheidende Idee
Kurz vor der EM 2024 gab eine Freundin den entscheidenden Anstoß. „Sie meinte damals: ‚Ey Fiona, verbinde doch mal deine Kreativität mit deiner Leidenschaft für Sport‘“, erinnert sich Rörig. Sie nähte daraufhin ihre erste Fußball-Jacke für Nationalspieler Benjamin Henrichs. Kurz darauf wurde Lisa Füllkrug, Frau von Niclas Füllkrug, auf ihre Arbeit aufmerksam und machte Fionas Kleid bei der Heim-EM zum Hingucker auf der Tribüne. „Ich musste erst mal realisieren: ‚Oh krass, die möchte jetzt wirklich mein Kleid tragen.‘ Das war sehr besonders, weil das auch noch so am Anfang war.“
Jedes Stück ein Unikat
Es folgten Projekte für viele weitere Promis. Besonders reizt Rörig, dass jedes Stück ein Unikat bleibt. Bevor sie zur Nadel greift, beschäftigt sie sich intensiv mit der Person: „Wie ist sein Style? Was würde er feiern? Was trägt er gerne? Das fließt dann alles mit in das Design.“ So entwarf sie für Thomas Müller ein individuelles Unikat als Abschiedsgeschenk nach seinem Bayern-Aus, für Rapper Ski Aggu verewigte sie seine Liebe zu Hertha BSC und seiner Heimat Berlin im Design.
Warum die Designs nichts kosten
Viele dürften sich fragen, was eines ihrer außergewöhnlichen Kleidungsstücke kostet. Die Antwort überrascht: nichts. „Ich verkaufe die nicht“, sagt Fiona. Die Unikate verschenkt sie bewusst. Verkaufen dürfte sie viele davon ohnehin nicht, weil für die verwendeten Sporttrikots Lizenzrechte gelten. Ihren Lebensunterhalt verdient sie stattdessen mit klassischen Kooperationen als Influencerin. Für sie hat das einen Vorteil: „Solange ich das verschenke, kann ich total kreativ sein und einfach genau das machen, worauf ich Bock habe.“
Leidenschaft fürs Nähen weitergeben
Mit ihren Videos möchte Rörig wieder mehr Menschen fürs Nähen begeistern. Für den Einstieg reichten laut ihr eine Haushalts-Nähmaschine, Garn, Nadeln und etwas Geduld. „Ich finde, aktuell nähen viel zu wenige Leute“, sagt Fiona. „Es ist eine Riesenehre, wenn ich irgendwie dazu beitragen kann, dass jemand seine Nähprojekte umsetzt und vielleicht ein bisschen kreativer wird.“



