Der Renault Twingo der dritten Generation (September 2014 bis Mitte 2025) ist als Gebrauchter beliebt, aber nicht ohne Risiken. Die Mängelquoten liegen bei der Hauptuntersuchung stets über dem Durchschnitt, und bereits vier Jahre alte Modelle fallen durch teure Probleme mit Achsaufhängungen und Abgasanlage auf. Ölverlust registrieren die Prüfer schon ab der ersten HU, auch Beleuchtung und Bremsen werden häufig kritisiert.
Karosserie und Innenraum: Platzwunder mit Macken
Der 3,60 Meter lange Twingo entstand in Kooperation mit Smart und teilt sich die Plattform mit dem Smart Forfour. Der Motor sitzt im Heck, die Hinterachse wird angetrieben. Der Wendekreis von 8,65 Metern ermöglicht leichtes Rangieren. Der Viersitzer hat zwei Fondtüren, der Einstieg hinten ist einfach, das Raumangebot hinten jedoch beschränkt. Der Kofferraum fasst nur 188 Liter, lässt sich durch Umlegen der Rücksitzlehnen auf knapp 1.000 Liter erweitern. Mit umgeklapptem Beifahrersitz passen Gegenstände bis zu 2,31 Meter Länge. Das Interieur ist farbenfroh, je nach Ausstattung. Ein Facelift 2019 brachte eine geänderte Frontschürze, neue Scheinwerfer und eine Mittelkonsole mit Staufach.
Motoren und Antrieb: Überschaubare Auswahl
Das Motorenangebot bestand zunächst aus zwei Dreizylindern: einem 1,0-Liter-Sauger mit 52 kW/71 PS und einem 0,9-Liter-Turbo mit 66 kW/90 PS. Der Normverbrauch lag bei 4,2 Litern. Ab 2016 gab es den Turbo mit 80 kW/110 PS (GT), der etwa einen Liter mehr verbraucht. Das Facelift brachte einen neuen Basismotor mit 48 kW/65 PS, der GT entfiel. Die Kraftübertragung erfolgt über ein manuelles Fünfganggetriebe, optional war ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Ab Ende 2019 gab es nur noch den 65-PS-Sauger und ab Ende 2020 die E-Version mit 60 kW/82 PS und 22-kWh-Akku.
Ausstattung und Sicherheit: Genau hinschauen
Klimaanlage und Infotainment gab es nur in höheren Ausstattungslinien wie „Dynamique“ und „Luxe“ (ab 2018: Life, Limited, Intens, Urban Night). Interessenten sollten prüfen, welche Komfortmerkmale an Bord sind. Ein gründlicher Check in einer Werkstatt oder bei einer Sachverständigenorganisation vor Vertragsabschluss ist Pflicht. Laut mobile.de werden rund 2.000 gebrauchte Twingo der dritten Generation angeboten, Preise ab knapp 3.000 Euro. Zusätzliches Budget für Reparaturen sollte eingeplant werden.
Fazit: Niedlich, aber nicht ohne Risiko
Der Twingo punktet mit Optik und Platzangebot, doch die Mängelquote ist hoch. Besonders Achsaufhängung, Abgasanlage und Ölverlust sind Problembereiche. Ein Kauf lohnt sich nur nach sorgfältiger Prüfung. Mehr: Bei diesen Elektro-Modellen gibt es die meisten Kilometer pro Euro.



