Rubén Blades, die Salsa-Legende aus Panama, gibt an diesem Freitag (10. Juli) sein einziges Deutschland-Konzert in Berlin. Es ist Teil seiner Abschiedstournee, die ihn noch durch Italien, die Schweiz, Großbritannien, Frankreich und Spanien führt. Der 77-Jährige hatte im Februar überraschend angekündigt, 2026 zum letzten Mal in Europa aufzutreten.
Abschied aus gesundheitlichen Gründen
„In meinem Alter muss man sich der Realität der Zeit und der Gesundheit stellen“, sagte Blades der Deutschen Presse-Agentur in einem Videointerview. „Bislang ist Gott sei Dank alles gut, aber das kann sich von einem Augenblick auf den nächsten ändern.“ Der in New York lebende Musiker und Schauspieler möchte künftig mehr Zeit mit seiner Familie und Freunden verbringen sowie in seiner Heimat Panama. Seinen Rückzug wolle er aber nicht als vollständiges Ende verstanden wissen: 2027 sind noch einige Konzerte außerhalb Europas geplant, und er arbeitet an zwei neuen Alben.
Einziges Deutschland-Konzert nach 40 Jahren
Zuletzt trat Blades vor 40 Jahren in Berlin auf, damals noch in der geteilten Stadt. „Der Traum jedes Deutschen sei sicherlich ein geeintes Deutschland“, erklärte er seinerzeit. Der Mauerfall sei ein Beweis dafür, dass scheinbar Unmögliches möglich sei, sagte Blades nun. Daher habe ihn besonders gefreut, dass Berlin im Tourkalender stehe.
Tempodrom-Konzert mit Big Band
Im Berliner Tempodrom tritt Blades mit der 20-köpfigen Roberto Delgado Big Band auf. Präsentiert wird sein neuestes Werk „Fotografías“ (Fotografien), mit dem er im vergangenen Jahr den Latin Grammy für das beste Salsa-Album gewann. Natürlich werden auch seine größten Hits nicht fehlen, allen voran „Pedro Navaja“ von 1978, das von der Figur Mackie Messer aus Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ inspiriert ist. Das Stück trug maßgeblich zu Blades' Kultstatus und dem Titel „Salsa-Poet“ bei. Die dazugehörige Schallplatte „Siembra“ (Saat) gilt bis heute als die meistverkaufte Salsa-Platte der Geschichte.
Herausforderung: 50 Jahre Karriere in zwei Stunden
Blades, der rund 40 Alben veröffentlicht hat, betont die Schwierigkeit, die Songs für die Tournee auszuwählen. „Es ist ein Problem, 50 Jahre Musikkarriere in anderthalb bis zwei Stunden Konzert unterzubringen.“ Zudem wolle das Publikum auch Stücke aus seiner Zusammenarbeit mit dem Posaunisten und Produzenten Willie Colón (1950-2026) hören, der unerwartet im Februar starb. Dazu zählen „Pablo Pueblo“, „Plantación Adentro“, „Plástico“ oder „Tiburón“. Blades selbst betont, dass er dem Kino treu bleiben werde. Neben seiner jahrelangen Rolle in der Zombieserie „Fear the Walking Dead“ wirkte er in fast 50 Filmen mit. Im kommenden Jahr sollen zudem seine Memoiren erscheinen, deren spanischer Titel auf den Refrain von „Pedro Navaja“ anspielt: „La vida te da sorpresas“ (Das Leben hält Überraschungen bereit).



