Seltene Rarität zerstört: Ruf CTR bei spektakulärem Acker-Crash in Bayern
Bei diesen Bildern blutet jedem Automobilenthusiasten das Herz: Auf einem schlammigen Acker an einer bayerischen Landstraße liegt das Wrack eines Sportwagen-Oldtimers, von dem weltweit nur extrem wenige Exemplare existieren. Auf den ersten Blick handelt es sich um einen Ruf CTR, der auch unter dem Spitznamen "Yellowbird" bekannt ist. Dieser legendäre Supersportler wurde zwischen 1987 und 1991 lediglich 29 Mal gebaut, und jedes einzelne Fahrzeug gilt heute als Millionenwert.
Spektakulärer Unfallverlauf auf der B16
Die Polizei bestätigt, dass es sich bei dem Unfallfahrzeug um einen Ruf aus dem Jahr 1988 handelt, basierend auf den Angaben im Fahrzeugschein. Der 64-jährige Fahrer hatte am Sonntagnachmittag auf der Bundesstraße 16 zwischen Niederraunau und Krumbach in Bayern ein anderes Auto überholt. Laut Polizeiangaben führte ein "Fahrfehler" dazu, dass die Sommerreifen auf dem feuchtkalten Asphalt die Bodenhaftung verloren.
Der Sportwagen prallte zunächst gegen einen Baum, schleuderte dann auf das angrenzende Feld und überschlug sich dabei mehrfach. Erstaunlicherweise erlitten sowohl der Fahrer als auch sein 22-jähriger Beifahrer nur leichte Verletzungen. Am stark beschädigten Wrack sind noch charakteristische Merkmale des Ruf CTR erkennbar, darunter die geschlitzte Heckstoßstange und eine geglättete Dachkante.
Historische Bedeutung des Ruf CTR
Autokenner wissen: Der Ruf CTR ist eigentlich gar kein Porsche, obwohl er auf dem Fahrwerk des Porsche 911 basiert. Die Firma Ruf hatte in ihrem nur etwa 15 Kilometer vom Unfallort entfernten Werk in Pfaffenhausen zwischen 1987 und 1991 exakt 29 dieser Fahrzeuge produziert. Der deutlich modifizierte Motor leistete knapp 470 Pferdestärken und beschleunigte den im Vergleich zum originalen Porsche deutlich leichteren Ruf auf unglaubliche 339 km/h.
Damit war der "falsche Porsche" lange Zeit das schnellste Serienfahrzeug der Welt und gleichzeitig eines der teuersten. Bereits 1987 musste man für einen der 29 CTR etwa 328.000 D-Mark investieren, was inflationsbereinigt heute mehr als 340.000 Euro entspricht.
Wertentwicklung und aktuelle Marktlage
Heute zählt der auch als "Yellowbird" bekannte Flitzer, von dem viele Exemplare tatsächlich gelb lackiert waren, zu den weltweit begehrtesten Sammlerautos. Erst 2025 wurde ein Original-CTR in Florida, USA, für mehr als 6 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 5,04 Millionen Euro) versteigert. Interessanterweise handelt es sich bei dem Unfallfahrzeug auf dem bayerischen Acker nicht um eines dieser 29 Originale, sondern offenbar um einen nachträglichen Porsche-Umbau.
Ruf-Sprecher Marc Pfeifer bestätigte gegenüber Medien: "Davon wurden damals einige gefertigt. Erkennbar ist dies an der Fahrgestellnummer." Nach vorliegenden Informationen passt die Fahrgestellnummer des Unfallwracks nicht zu einem millionenteuren Original, sondern weist das Fahrzeug klar als nachträglich umgebauten Porsche aus.
Unfallfolgen und offene Fragen
Besonders die linke hintere Fahrzeugseite ist komplett zerstört. Deutlich erkennbar sind die geschlitzte Stoßstange, die eine bessere Motorkühlung ermöglichte, und die markante Ölklappe hinter der Tür. Gleichwohl darf auch dieses Umbau-Fahrzeug als selten und wertvoll gelten.
Das Unfallauto war mit rotem Kennzeichen unterwegs, was auf eine zeitlich begrenzte Zulassung hindeutet. Die Polizei nennt keine Details zum Fahrer oder zum Zweck der Fahrt. Unklar bleibt auch, warum der aufwendig veredelte Porsche im Winter gefahren wurde und welcher konkrete "Fahrfehler" das Fahrzeug aus der Spur gebracht hat. Die Nähe des Unfallortes zur Ruf-Zentrale in Pfaffenhausen scheint nach Polizeiangaben Zufall zu sein.
Polizeisprecherin Anja Wegmann gab bekannt: "Wir gehen von einem Totalschaden in Höhe von 300.000 Euro aus." Damit ist nicht nur ein seltenes Fahrzeug schwer beschädigt worden, sondern auch ein beträchtlicher materieller Wert verloren gegangen.



