Sprachbefehl führt zu Blindflug: Chinesisches Auto schaltet auf Autobahn Scheinwerfer ab
Sprachbefehl schaltet auf Autobahn Scheinwerfer ab

Gefährlicher Sprachbefehl: Auto schaltet auf Autobahn alle Lichter aus

Ein scheinbar harmloser Sprachbefehl brachte einen Autofahrer in China in lebensgefährliche Situation. Während einer nächtlichen Fahrt auf der Autobahn befahl der Fahrer seinem Fahrzeug per Sprachsteuerung: „Alle Leselampen ausschalten.“ Doch statt der Innenbeleuchtung deaktivierte das Auto sämtliche Beleuchtung – inklusive der lebenswichtigen Frontscheinwerfer.

Blindflug endet an Leitplanke

Der Vorfall ereignete sich in den frühen Morgenstunden des 25. Februar in der südchinesischen Provinz Guangxi. Der Fahrer war mit einem elektrischen SUV des Modells Z20 von Lynk & Co unterwegs, als die gefährliche Fehlfunktion auftrat. Sekunden nach dem Ausschalten der Scheinwerfer krachte der Wagen bei völliger Dunkelheit in die Leitplanke. Erschreckende Dashcam-Aufnahmen dokumentieren den Moment, in dem die Fahrbahn plötzlich in Finsternis gehüllt wurde.

Andere Verkehrsteilnehmer waren glücklicherweise nicht in den Unfall verwickelt, und der Fahrer blieb unverletzt. Berichten zufolge versuchte er verzweifelt, während des Blindflugs per Sprachbefehl das Licht wieder einzuschalten, doch die Sprachsteuerung antwortete, dass diese Funktion nicht verfügbar sei.

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Hersteller reagiert mit Eil-Update

Nur einen Tag nach dem Vorfall reagierte der Hersteller Lynk & Co. Mu Jun, stellvertretender Vertriebschef des Unternehmens, teilte mit, dass bereits ein Funk-Update zur Schließung der Sicherheitslücke verteilt worden sei. Durch die Software-Aktualisierung können die Scheinwerfer nun ausschließlich manuell und nicht mehr per Sprachbefehl ausgeschaltet werden.

Auf Anfrage bestätigte der Hersteller: „Wir haben mit Bedauern von dem Vorfall mit einem Lynk & Co Z20 in China erfahren. Sicherheit hat für uns höchste Priorität. Das bereits veröffentlichte Software-Update behebt das Problem für das Modell Z20 in China vollständig.“ Gleichzeitig betonte das Unternehmen, dass dieses spezifische Risiko bei der europäischen Version des Lynk & Co 02 zu keinem Zeitpunkt bestanden habe.

Debatte um Sicherheit von Sprachassistenten

Der Vorfall hat in China eine breite Diskussion über die Sicherheit moderner Fahrzeugtechnologien ausgelöst. Bereits zuvor hatte die chinesische Regierung Maßnahmen zur Erhöhung der Fahrzeugsicherheit ergriffen:

  • Verbot von ausfahrbaren Türgriffen in künftigen Automodellen
  • Vorschrift für physische Knöpfe statt Touchscreen-Bedienung bei wichtigen Funktionen ab Juli 2027

Experten erwarten nun, dass ähnliche Regelungen für die Sprachsteuerung folgen könnten. Besonders kritische Fahrzeugfunktionen wie Scheinwerfer, Blinker oder Bremsen dürften künftig nicht mehr über Sprachbefehle deaktiviert werden können.

Der Vorfall zeigt deutlich, wie wichtig redundante Sicherheitssysteme in modernen Fahrzeugen sind. Während Sprachassistenten den Komfort erhöhen, müssen lebenswichtige Funktionen stets manuell übersteuerbar bleiben. Die Automobilindustrie steht vor der Herausforderung, innovative Bedienkonzepte mit maximaler Sicherheit zu verbinden.

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