Deutsche Autofahrer zahlen an der Zapfsäule drastisch drauf. Ein Vergleich zeigt, wie viel günstiger eine Tankfüllung direkt hinter der Grenze ist – in Polen sparen Sie bei 50 Litern Super über 30 Euro. Auch Tschechien, Österreich und andere Nachbarn bremsen den Spritpreis-Wahnsinn.
Warum ist der Sprit in Deutschland so teuer?
Der Hauptgrund für die hohen Preise in Deutschland sind die Steuern und Abgaben. Laut dem Mineralölwirtschaftsverband machen Steuern rund 60 Prozent des Benzinpreises aus. In Polen liegt der Anteil dagegen bei etwa 45 Prozent. Hinzu kommen niedrigere Mehrwertsteuersätze und geringere Ökosteuerbelastungen in den Nachbarländern.
Ein Liter Super in Polen 63 Cent günstiger
Aktuelle Preisvergleiche zeigen: In Polen kostet ein Liter Superbenzin durchschnittlich 1,20 Euro, während in Deutschland 1,83 Euro fällig werden. Das entspricht einer Ersparnis von 63 Cent pro Liter. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern bedeutet das eine Ersparnis von 31,50 Euro. Ähnliche Unterschiede gibt es zu Tschechien (1,30 Euro) und Österreich (1,45 Euro).
Steuern und staatliche Vorgaben als Preistreiber
In Deutschland kommen auf jeden Liter Benzin 65,4 Cent Energiesteuer plus 19 Prozent Mehrwertsteuer. Hinzu kommt die CO2-Bepreisung, die den Preis weiter treibt. In Polen liegt die Energiesteuer bei etwa 40 Cent, die Mehrwertsteuer bei 23 Prozent, aber auf einen niedrigeren Nettopreis. Zudem gibt es keine CO2-Abgabe.
„Die deutschen Steuern auf Sprit sind im europäischen Vergleich extrem hoch“, sagt ein Sprecher des ADAC. „Das belastet Autofahrer massiv.“
Auswirkungen auf Grenzregionen
Die Preisunterschiede führen zu einem regelrechten Tanktourismus. In Grenzregionen wie zu Polen oder Tschechien fahren viele Deutsche extra ins Ausland, um zu tanken. Das schadet den heimischen Tankstellen und dem Fiskus, da die Steuereinnahmen sinken.
Ein Tankstellenbetreiber aus Görlitz berichtet: „Seit der Preiserhöhung haben wir 30 Prozent weniger Kunden. Viele fahren lieber die fünf Kilometer nach Polen.“
Politik in der Kritik
Verbraucherschützer fordern eine Senkung der Energiesteuer oder eine Anpassung der CO2-Abgabe. Die Bundesregierung verweist dagegen auf die Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen. „Die CO2-Bepreisung ist ein wichtiges Instrument, um den Ausstoß zu reduzieren“, so ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums. Allerdings sei man sich der Belastung bewusst und prüfe Entlastungen.



