Regierung will Spritpreiserhöhungen eindämmen
Die anhaltend hohen Benzin- und Dieselpreise jenseits der Zwei-Euro-Marke belasten nicht nur Pendler und Verbraucher, sondern auch die deutsche Wirtschaft insgesamt. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat nun eine konkrete Maßnahme angekündigt, um den Preisanstieg zu bremsen. Deutschland wird sich an einer international koordinierten Freigabe von Erdöl und Ölprodukten aus nationalen Reserven beteiligen. Ziel ist es, die enormen Preissprünge an den internationalen Märkten abzufedern, die maßgeblich auf den Iran-Krieg zurückzuführen sind.
Reiche sprach von einem Raketen-artigen Anstieg der Kraftstoffpreise bei steigenden Rohölkosten, während Senkungen nur schleppend weitergegeben werden. „Diesen Mechanismus wollen wir durchbrechen“, erklärte die Ministerin. Daher soll eine neue Regelung eingeführt werden: Tankstellen in Deutschland dürfen ihre Spritpreise nur noch einmal täglich erhöhen, während Preissenkungen jederzeit möglich bleiben. Dieses Modell orientiert sich an einer bereits in Österreich umgesetzten Maßnahme, die dort sogar noch verschärft wurde – österreichische Tankstellen dürfen seit kurzem nur dreimal pro Woche die Preise anheben.
Porsche steckt in schwerer Gewinnkrise
Der Sportwagenhersteller Porsche befindet sich in einer tiefgreifenden wirtschaftlichen Schieflage. Im Geschäftsjahr 2025 brach der operative Gewinn des Unternehmens von über fünf Milliarden Euro auf lediglich 90 Millionen Euro ein – ein Rückgang um mehr als 90 Prozent. Parallel dazu stürzte der Aktienkurs von einst über 120 Euro auf unter 40 Euro ab. Hauptursache für diese dramatische Entwicklung ist der Einbruch des Luxusautomarktes in China. Dort verkaufte Porsche nur noch rund 40.000 Fahrzeuge statt der geplanten 100.000 Einheiten.
Zusätzlich belasten hohe Zölle in den USA die Margen, während Preiserhöhungen diese Verluste nicht kompensieren konnten. Die gescheiterte Elektro-Offensive unter dem ehemaligen Vorstandschef Oliver Blume mit Projekten wie der eingedampften Batterietochter Cellforce sowie milliardenschwere Lizenzgebühren an Audi für Verbrennerplattformen verschärfen die Situation. Der neue Vorstandsvorsitzende Michael Leiters, seit Januar 2026 im Amt, vermied bei der Präsentation der Zahlen klare strategische Ansagen und kündigte eine umfassende Strategie erst für den Herbst an.
Spaniens Regierungschef geht bei Merz nicht ans Telefon
Ein diplomatischer Eklat belastet derzeit die Beziehungen zwischen Deutschland und Spanien. Bundeskanzler Friedrich Merz versucht vergeblich, seinen spanischen Amtskollegen Pedro Sánchez telefonisch zu erreichen. Hintergrund ist Merz‘ jüngster Besuch bei US-Präsident Donald Trump, bei dem dieser das EU-Land Spanien schmähte, weil es den USA die Nutzung einer spanischen Luftwaffenbasis für den Krieg gegen den Iran verweigerte. Trump drohte sogar mit Handelsstopps.
Statt dieser Kritik zu widersprechen, sekundierte Merz zunächst sogar Trumps Vorwürfe bezüglich zu niedriger spanischer Verteidigungsausgaben. Zwar bemühte sich der Kanzler später zu betonen, er habe Spanien im persönlichen Gespräch mit Trump gegen die Handelsdrohungen verteidigt, doch der diplomatische Schaden war bereits angerichtet. Sánchez nutzt die Situation innenpolitisch, um sich als Anti-Trump-Figur zu profilieren, und sucht Verbündete gegen den aus seiner Sicht völkerrechtswidrigen Irankrieg.
Die EU-Spitze um Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratschef António Costa sowie weitere EU-Staaten stellen sich hinter Sánchez. Der Konflikt fällt in eine Phase, in der die Nato-Staaten in Den Haag höhere Verteidigungsausgaben von insgesamt fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts beschlossen haben – ein Ziel, das auch Spanien trotz früherer Zusagen bislang verfehlt hat.



