Spritpreisschock treibt Nachfrage nach Elektroautos auf Rekordniveau
Die durch den Iran-Konflikt ausgelösten steigenden Kraftstoffpreise führen zu einem deutlichen Anstieg des Kundeninteresses an Elektromobilität. Onlineplattformen wie Carwow und Meinauto.de bestätigen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur eine spürbare Veränderung im Nachfrageverhalten deutscher Autokäufer.
Konfigurationen erreichen Rekordwerte
Philipp Sayler von Amende, CEO von Carwow Deutschland, erklärt die aktuellen Entwicklungen: "Steigende Ölpreise wirken sich unmittelbar auf das Interesse an Elektroautos aus. Unsere Daten zeigen einen deutlichen Trend: Seit dem 28. Februar ist der Anteil der E-Auto-Konfigurationen von 55 Prozent auf bis zu 63 Prozent am Wochenende gestiegen." Im Wochendurchschnitt lägen Elektroautos bei rund 59 Prozent aller Konfigurationen, was deutlich mache, dass viele Verbraucher direkt auf die erhöhten Spritkosten reagieren.
Parallel dazu verzeichnet Meinauto.de ein deutlich gestiegenes Interesse an Themen rund um günstigeres Autofahren. Besonders Angebote und Inhalte zu alternativen Kraftstoffen wie Elektro und E20 sowie Ratgeber zum Spritsparen werden derzeit überdurchschnittlich häufig aufgerufen, wie ein Unternehmenssprecher bestätigt.
Klassische Antriebe verlieren an Boden
Während Elektroautos deutlich zulegen, verlieren klassische Antriebsformen nach Carwow-Angaben leicht an Nachfrage. "Benzin- und Dieselmodelle kommen zusammen nur noch auf rund 23 Prozent der Konfigurationen und liegen damit unter dem Niveau von Ende Februar", erläutert Carwow-CEO Sayler von Amende. Hybride bewegen sich mit etwa 15 Prozent dagegen relativ stabil im Nachfrageverhalten.
Interessant ist, dass laut Meinauto.de kein Rückgang des Interesses an Mobilität insgesamt zu beobachten ist. Bei der konkreten Kaufentscheidung zeige sich jedoch eine gewisse Zurückhaltung. "Wir spüren derzeit, dass einige Interessenten ihre Entscheidung für ein neues Auto etwas aufschieben und zunächst abwarten, wie sich Energiepreise und die geopolitische Lage entwickeln", betont der Sprecher des Unternehmens.
Förderung als zusätzlicher Anreiz
Das Bundesumweltministerium hatte bereits im Januar angekündigt, dass Privatkunden beim Kauf von reinen Elektroautos, Plug-in-Hybriden und Elektroautos mit Range Extender wieder eine staatliche Förderung erhalten können. Die Förderhöhe variiert je nach Fahrzeugart und persönlichen Umständen zwischen 1.500 und 6.000 Euro.
Allerdings gelten bestimmte Einschränkungen:
- Einkommensobergrenze von 80.000 Euro Haushaltseinkommen pro Jahr
- Bei zwei Kindern erhöht sich die Grenze auf 90.000 Euro
Das Kundeninteresse sei kurz nach der Ankündigung der neuen Förderung sprunghaft gestiegen, bestätigten sowohl Carwow als auch Meinauto.de. Die Kombination aus steigenden Spritpreisen und staatlicher Förderung scheint somit einen deutlichen Effekt auf das Kaufverhalten zu haben, auch wenn viele potenzielle Käufer noch abwarten, bevor sie eine endgültige Entscheidung treffen.



