Stellantis kehrt zum Diesel zurück: Strategiewechsel als Antwort auf chinesische E-Auto-Dominanz
Der Diesel erlebt bei Stellantis eine überraschende Renaissance. Die Opel-Muttergesellschaft baut ihr Angebot an Selbstzündern in Europa deutlich aus – eine strategische Reaktion auf die wachsende Dominanz chinesischer Hersteller im Elektroauto-Segment. Wie aus Paris berichtet wird, positioniert sich der multinationale Konzern damit bewusst in einer Marktlücke.
Mindestens sieben Modelle mit Dieselantrieb
Künftig werden mindestens sieben Modelle wieder als Diesel-Varianten angeboten. Dazu gehören der Opel Astra, der Opel Combo, der Peugeot 308 und der Citroën Berlingo. Weitere Fahrzeuge sollen folgen. Auch Diesel-Versionen des DS7 sowie der Alfa-Romeo-Modelle Tonale, Stelvio und Giulia bleiben im Programm.
Der Konzern begründet seine neue Linie mit klaren Worten: „Wir haben entschieden, Dieselmotoren in unserem Produktportfolio zu belassen und in einigen Fällen die Antriebsauswahl zu steigern.“ Man reagiere damit gezielt auf die Nachfrage von Kunden und strebe Wachstum an.
Diesel-Markt in Europa: Von 50 Prozent auf 7,7 Prozent geschrumpft
Diese Entscheidung kommt in einem schwierigen Marktumfeld. Der Diesel-Anteil an den Neuwagenverkäufen in Europa ist dramatisch gesunken:
- Vor dem Dieselskandal lag er bei mindestens 50 Prozent
- Bis 2025 fiel er auf nur noch 7,7 Prozent
- Zum Vergleich: Batterieelektrische Fahrzeuge erreichten 2025 einen Marktanteil von 19,5 Prozent
Trotz dieses Rückgangs bleibt der Selbstzünder in bestimmten Bereichen weiterhin gefragt. Vor allem für:
- Langstreckenfahrer
- Autofahrer, die regelmäßig Wohnwagen oder schwere Anhänger ziehen
Antwort auf chinesische Konkurrenz
Die chinesische Konkurrenz ist vor allem bei Elektroautos äußerst stark, während sie im Diesel-Segment kaum präsent ist. Genau hier sieht Stellantis eine strategische Marktlücke. Konzernchef Antonio Filosa will die konkreten Pläne zur künftigen Strategie am 21. Mai präsentieren.
Fundamentaler Strategiewechsel
Erst in der vergangenen Woche hatte Stellantis einen fundamentalen Strategiewechsel verkündet. Der Konzern verabschiedete sich von einer strikt auf Elektro ausgerichteten Linie und nahm dafür Abschreibungen von mehr als 22 Milliarden Euro in Kauf. Statt ausschließlich auf E-Antriebe setzt das Unternehmen nun auf einen Antriebs-Mix aus verschiedenen Technologien.
Für Opel bedeutet dies eine deutliche Kurskorrektur: Das frühere Ziel, ab 2028 in Europa nur noch batterieelektrische Fahrzeuge zu verkaufen, wird aufgeweicht. Die Diesel-Offensive markiert damit einen pragmatischen Schwenk in der Konzernstrategie.



