Eine aktuelle Analyse des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) belegt, dass moderne Fahrassistenzsysteme die Zahl der Verkehrsunfälle deutlich reduzieren können. Dennoch schalten viele Autofahrer die Helfer aus Gewohnheit oder aus Gängelungsgefühl ab – ein Fehler, der teuer und gefährlich ist.
Studie: Assistenzsysteme senken Unfallzahlen signifikant
Die GDV-Studie wertete Daten von über einer Million versicherter Fahrzeuge aus und verglich die Unfallhäufigkeit von Autos mit und ohne bestimmte Assistenzsysteme. Das Ergebnis: Systeme wie der Notbremsassistent, der Spurhalteassistent und der Totwinkelwarner reduzieren die Anzahl der Schäden um bis zu 30 Prozent. Besonders wirksam ist der Notbremsassistent, der Auffahrunfälle um rund 25 Prozent verringert.
Viele Fahrer schalten die Helfer ab
Trotz der nachgewiesenen Sicherheitsvorteile schalten viele Autofahrer die Assistenzsysteme ab. Laut einer Umfrage des GDV fühlt sich jeder dritte Fahrer durch die ständigen Warntöne und Eingriffe bevormundet. „Viele empfinden die Systeme als lästig und schalten sie aus, ohne sich der Risiken bewusst zu sein“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Dabei zeige die Studie eindeutig, dass die Systeme Leben retten.
Teure Folgen für Autofahrer
Das Abschalten der Assistenzsysteme hat nicht nur Sicherheitsnachteile, sondern auch finanzielle Konsequenzen. Versicherungen stufen Fahrzeuge mit aktiven Sicherheitssystemen in günstigere Tarife ein. Wer die Systeme deaktiviert, riskiert höhere Beiträge oder im Schadensfall sogar Leistungskürzungen. „Ein Fahrer, der nachweislich einen funktionierenden Notbremsassistenten ausschaltet, könnte bei einem Unfall als grob fahrlässig eingestuft werden“, warnt Asmussen.
Diese Systeme sind besonders effektiv
Die Studie identifizierte drei Systeme mit der größten Unfallvermeidungsrate: den Notbremsassistenten (minus 25 Prozent Auffahrunfälle), den Spurhalteassistenten (minus 20 Prozent Unfälle durch unbeabsichtigten Spurwechsel) und den Totwinkelwarner (minus 15 Prozent Abbiegeunfälle). Auch der adaptive Tempomat, der Abstand und Geschwindigkeit automatisch regelt, trägt zur Sicherheit bei, indem er Auffahrunfälle auf Autobahnen reduziert.
Fazit: Aktivieren statt abschalten
Der GDV rät Autofahrern dringend, die Assistenzsysteme eingeschaltet zu lassen. „Die Technik ist ausgereift und hilft, Unfälle zu vermeiden. Wer sie abschaltet, gefährdet sich und andere“, so Asmussen. Die Versicherer fordern zudem eine verpflichtende Kennzeichnung von Fahrzeugen mit aktiven Assistenzsystemen, um bei der Tarifierung noch stärker zu differenzieren.



