Stuttgart 21: Bahn muss Mehrkosten von drei Milliarden Euro allein tragen
Stuttgart 21: Bahn muss drei Milliarden Mehrkosten allein tragen

Stuttgart 21 wird deutlich teurer

Die Kosten für das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 steigen erneut massiv. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur rechnet die Deutsche Bahn mit Mehrkosten in Höhe von rund drei Milliarden Euro. Damit erhöhen sich die Gesamtkosten auf etwa 14,5 Milliarden Euro. Zuvor hatten bereits mehrere Medien über die Kostensteigerung berichtet.

Erst am Mittwoch hatten Bahnvertreter in einer Sitzung des Verkehrsausschusses im Bundestag angekündigt, die Eröffnung von Stuttgart 21 um fünf Jahre zu verschieben. Teilnehmern zufolge soll der Tiefbahnhof nun Ende 2031 in Betrieb gehen. Der Termin war bereits mehrmals verschoben worden.

Bahn muss alle Mehrkosten selbst tragen

Für die Bahn ist die Verschiebung der Inbetriebnahme und die damit verbundene Kostensteigerung auch ein finanzielles Desaster. Denn alle Mehrkosten, die über den Finanzierungsvertrag hinausgehen, muss das Unternehmen einem Gerichtsurteil zufolge alleine tragen. Mit einer Klage, die die Projektpartner – das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart, der Verband Region Stuttgart und der Flughafen Stuttgart – zu einer Beteiligung an den zusätzlichen Kosten zwingen sollte, war die Bahn vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart gescheitert. Einen Antrag auf Berufung hatte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg später abgelehnt.

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Finanzierungsvertrag von 2009 nur bis 4,5 Milliarden Euro

In einem Finanzierungsvertrag aus dem Jahr 2009 ist nur die Verteilung von Kosten bis zu einer Höhe von gut 4,5 Milliarden Euro geregelt. Damals ging man von Baukosten in Höhe von rund 3 Milliarden Euro aus und plante noch einen Puffer in Höhe von 1,5 Milliarden ein. Das Preisschild für den neuen Stuttgarter Tiefbahnhof und die Neuordnung des Bahnknotens war in den vergangenen Jahren immer wieder nach oben korrigiert worden.

Gründe für die Verschiebung: Digitalisierung und Planungsmängel

Als Hauptgründe für die neuerliche Verschiebung nannte die Bahn laut Teilnehmern im Verkehrsausschuss unter anderem die Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens, die deutlich schwieriger sei als zunächst gedacht. Zudem hätten Planungsprozesse nicht den nötigen Reifegrad gehabt. Medien hatten bereits zuvor berichtet, dass deswegen Kabel teils neu verlegt werden müssten. Zudem gebe es Probleme mit einem Technikgebäude, das für den aktuellen Bedarf nicht mehr passend sei.

Weitere technische Probleme

Nachbessern muss die Bahn Teilnehmern des Verkehrsausschusses zufolge auch bei Steuerungstechnik und der Energieversorgung. Medien hatten berichtet, dass ein neues Notstromkonzept nötig sei. Die Bahn steht damit vor erheblichen technischen Herausforderungen, die zu weiteren Verzögerungen und Kostensteigerungen führen könnten.

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