Tesla hat überraschend eine weitere Expansionsrunde für sein Werk in Grünheide angekündigt. Der US-Elektroautobauer will bis 2026 rund 1000 neue Mitarbeiter einstellen und die Produktion um 20 Prozent hochfahren. Ab Oktober 2026 soll die Produktion auf 7500 Fahrzeuge pro Woche steigen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Bereits ab Juli 2026 werde der Hochlauf auf 6200 Fahrzeuge pro Woche beginnen.
Bereits dritte Expansionsankündigung in diesem Jahr
Es ist bereits die dritte Ankündigung von Tesla in diesem Jahr, die neue Jobs und Investitionen am Standort Grünheide vorsieht. Insgesamt spricht das Unternehmen von 3500 zusätzlichen Arbeitsplätzen, die kurz- und mittelfristig geschaffen werden sollen. Davon entfallen 1500 Stellen auf die Batteriezellfertigung, die parallel zur Fahrzeugproduktion hochgefahren wird. Mit den neuen Einstellungen würde die Stammbelegschaft in Grünheide auf über 12.000 Mitarbeiter anwachsen. Der Großteil der Beschäftigten kommt aus Berlin.
Produktionssteigerung um 20 Prozent
Tesla erklärte: „Ab Oktober 2026 soll der Hochlauf auf ein Produktionsvolumen von 7500 Fahrzeugen pro Woche beginnen, was eine weitere Produktionssteigerung von 20 Prozent bedeutet.“ Bereits im April hatte Tesla die Einstellung von 1000 Mitarbeitern angekündigt, um den Ausstoß von 5000 auf 6000 Fahrzeuge pro Woche zu erhöhen. Damals wurden zudem 500 Leiharbeiter fest übernommen. Werkleiter André Thierig begründete die damalige Erhöhung mit der gestiegenen Nachfrage nach dem Elektro-SUV Model Y.
Die installierte Kapazität des Werks liegt derzeit bei über 375.000 Fahrzeugen jährlich. Mit 7500 Fahrzeugen pro Woche würde Tesla in diesen Bereich kommen. Die genehmigte Produktionskapazität beträgt 500.000 Fahrzeuge pro Jahr. Langfristig plant Tesla, die Produktion auf eine Million Fahrzeuge pro Jahr zu steigern, was jedoch aufgrund der labilen Welt- und Absatzlage derzeit ruht.
Politische Unterstützung für Tesla
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) begrüßte die Ankündigung: „Tesla in Brandenburg ist und bleibt eine Erfolgsgeschichte. Gegen den allgemeinen Trend in der Automobilindustrie investiert das Unternehmen in den Standort und schafft eine große Zahl zusätzlicher Arbeitsplätze in Brandenburg.“ Er versicherte, dass die Landesregierung Tesla auch künftig unterstützen werde, um optimale Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wachstum zu schaffen.
Die Tesla-Fabrik in Grünheide war vor vier Jahren von Elon Musk, dem damaligen Kanzler Olaf Scholz und Dietmar Woidke eröffnet worden. Sie ist die einzige Tesla-Fabrik in Europa und der größte Industriebetrieb der Hauptstadtregion. Trotz globaler Absatzprobleme von Tesla hatte das Werk in Grünheide kaum Auswirkungen, da es Deutschland, Europa, die Türkei, den arabischen Raum und Rechtslenker-Staaten beliefert.
Batteriezellproduktion wird hochgefahren
Parallel zur Steigerung der Autoproduktion bereitet Tesla auf dem 300 Hektar großen Gelände die Steigerung der Batteriezellproduktion vor. Ziel ist es, Lieferketten kurz zu halten und so viel wie möglich vor Ort zu produzieren. „Zusammen mit der Einstellung von 1500 Mitarbeitenden für den Hochlauf der Batteriezellfertigung sprechen wir von 3500 zusätzlichen Arbeitsplätzen, die kurz- und mittelfristig im Bereich der Fahrzeug- und Batteriefertigung in der Gigafactory Berlin-Brandenburg geschaffen werden“, erklärte Tesla.



