Der US-Elektroautobauer Tesla will seine Produktion im deutschen Werk in Grünheide weiter hochfahren und dafür zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Auf einer Betriebsversammlung gab die Geschäftsführung bekannt, dass die Fertigung ab Oktober auf wöchentlich 7500 Autos gesteigert werden soll. Dies entspricht einem weiteren Plus von 20 Prozent. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen 1000 neue Mitarbeiter eingestellt werden.
Bereits im April wurden 1000 Stellen angekündigt
Erst im April hatte Tesla angekündigt, die Produktion des Model Y in Grünheide um ein Fünftel auf damals 6200 Autos pro Woche zu erhöhen und dafür ebenfalls 1000 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Hinzu kommt der Ausbau der Batteriezellfertigung, in die das Unternehmen weitere 250 Millionen Dollar investiert und 1500 Arbeitsplätze schaffen will. Insgesamt entstehen damit kurz- und mittelfristig in dem Werk 3500 neue Jobs.
Tesla erholt sich vom Absatzeinbruch
Der Elektroauto-Pionier hat sich offenbar vom Absatzeinbruch im Vorjahr erholt. Seit einiger Zeit zeigt sich eine Trendwende. Im Mai wurden 5111 Teslas in Deutschland zugelassen, was nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts einem Plus von 322 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Damit hatte Tesla einen Marktanteil von 2,1 Prozent.
Ausbau der Produktionskapazität rückt näher
Mit der geplanten Beschäftigungsoffensive könnten auch die Pläne für einen Ausbau der Produktionskapazität am Standort Grünheide näherrücken. Die Gigafactory Berlin-Brandenburg öffnete im März 2022. Tesla peilte in einer ersten Phase eine Produktion von 500.000 Autos im Jahr an. Diese Zahl sollte mit einem Ausbau auf eine Million im Jahr verdoppelt werden. Mit 7500 Fahrzeugen pro Woche wären es rechnerisch rund 375.000 im Jahr.
Woidke sieht Tesla als Jobmotor
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sieht das Unternehmen wegen dessen Personalplänen als Jobmotor. „Tesla in Brandenburg ist und bleibt eine Erfolgsgeschichte“, sagte der SPD-Politiker. „Gegen den allgemeinen Trend in der Automobilindustrie investiert das Unternehmen in den Standort und schafft eine große Zahl zusätzlicher Arbeitsplätze in Brandenburg.“
Kritik an Arbeitsbedingungen und Umweltschutz
Allerdings gibt es auch Kritik an Tesla. Die IG Metall hat in der Gigafabrik nur wenig zu melden. Um das zu erhalten, setzte die Führung zuletzt auf fragwürdige Methoden. Zudem kam es in der Vergangenheit zu besonders vielen Arbeitsunfällen im Werk in Grünheide – teils mit schweren Verletzungen. IG Metall und Beschäftigte monieren gravierende Mängel beim Arbeits- und Gesundheitsschutz, was zu hohen Krankenständen führe. Tesla bestreitet die Vorwürfe. Auch von Umweltschützern kommt Kritik, unter anderem wegen der Lage am Wasserschutzgebiet: Kritiker sehen das Grund- und Trinkwasser gefährdet. Zudem wurden für das Werk und seine geplanten Erweiterungen große Waldflächen gerodet.



