TÜV-Report enthüllt: Škoda Superb - Raumwunder mit technischen Schwächen
Der aktuelle TÜV-Report zeigt ein klares Bild des Škoda Superb: Während das Fahrzeug mit seinem enormen Raumangebot und attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis Familien und Vielfahrer begeistert, offenbaren sich in der Praxis deutliche technische Schwächen. Zwei Generationen des tschechischen Raumwunders im detaillierten AUTO-BILD-Check zeigen sowohl Stärken als auch Problembereiche.
Škoda Superb, 3. Generation (Typ 3V): Oberklassemaße zum Mittelklassepreis
Die dritte Generation des Škoda Superb, gebaut von 2015 bis 2023, sprengt mit ihren 4,86 Metern Länge und dem beeindruckenden Raumangebot längst die Grenzen der Mittelklasse. Der Kombi bietet mit 1950 Litern Kofferraumvolumen sogar mehr Stauraum als viele deutsche Premiummodelle. Die Motorenpalette reicht vom sparsamen 1,6-Liter-TDI mit 120 PS bis zum kraftvollen 2,0-Liter-FSI mit 280 PS. Seit dem Facelift 2019 bereichern der höhergelegte Scout und ein Plug-in-Hybrid das Modellprogramm.
Stärken der dritten Generation: Der Superb 3V überzeugt auf Langstrecken mit deutlich verbessertem Komfort gegenüber dem Vorgänger. Das adaptive Fahrwerk als Extraausstattung sorgt für zusätzlichen Fahrkomfort. Die Vierzylinder-Motoren beeindrucken mit guter Laufkultur, und das Siebengang-DSG-Getriebe hat sich in puncto Zuverlässigkeit verbessert – benötigt allerdings regelmäßige Ölwechsel. Besonders wirtschaftlich zeigt sich der 2,0-Liter-Diesel mit dem seltenen Schaltgetriebe.
Schwachstellen der dritten Generation: Technische Probleme machen dem Superb 3V zu schaffen. Häufig klagen Besitzer über ausfallende Funkschlüssel oder Navigationssysteme, quietschende Keilriemen bei Dieselmodellen, beschlagene Scheinwerfer sowie defektes Kurvenlicht oder ausgefallene Heckklappenmotoren beim Kombi. Rückrufaktionen betrafen Elektronikprobleme beim 1,5-Liter-TSI, Brandgefahr beim Plug-in-Hybrid und verrutschende Motorabdeckungen.
Škoda Superb, 2. Generation (Typ 3T): Das bewährte Raumwunder
Die zweite Generation, produziert von 2008 bis 2015, basiert technisch auf einem verlängerten VW Passat und bietet innen ein echtes Raumwunder mit taxitauglicher Beinfreiheit auf den Rücksitzen. Die Limousine verfügt über eine zweistufig öffnende Heckklappe, während der beliebtere Kombi mit 635 bis 1865 Litern Gepäckraum Maßstäbe setzt. Bei Gebrauchten dominiert seit dem Facelift 2013 der 2,0-Liter-TDI mit 140 PS.
Stärken der zweiten Generation: Der Superb 3T macht Familien glücklich – besonders auf Urlaubsreisen, wo er viel Gepäck unterbringt und dabei sparsam im Verbrauch bleibt. Im AUTO-BILD-Dauertest erhielt ein Superb Combi 2.0 TSI mit DSG-Getriebe sogar die Bestnote 1.
Schwachstellen der zweiten Generation: AUTO-BILD-Leser berichten von störenden Knarz- und Klappergeräuschen sowie verschleißenden Sitzbezügen. Technische Probleme treten bei TSI-Motoren mit defekten Schubumluftventilen auf, während der 1,4-Liter-TSI unter müden Steuerketten leidet. Beim Pumpe-Düse-TDI (bis Baujahr 2010) werden im Alter die Pumpenelemente undicht. Rückrufe betrafen Softwareupdates für das DSG-Getriebe, defekte Tachometer sowie rissige Spritleitungen und ABS-Ausfälle beim 2,0-Liter-TDI.
Fazit: Attraktiv mit Einschränkungen
Die Analyse zeigt deutlich: Die Laufleistungen aller Superb-Baujahre liegen deutlich über dem Durchschnitt, was darauf hindeutet, dass viele Fahrzeuge als dienstlich genutzte Kilometerfresser stark strapaziert werden. Diese intensive Nutzung hinterlässt Spuren an Fahrwerk und Bremsen, sodass erhebliche Mängel in fast allen Jahrgängen häufiger auftreten als bei vergleichbaren Modellen. Bereits bei der ersten Hauptuntersuchung fallen 9,6 Prozent aller Superb durch – der Durchschnittswert liegt bei nur 6,5 Prozent.
Interessenten sollten daher die bekannten Schwachstellen besonders gründlich überprüfen, bevor sie sich für einen gebrauchten Škoda Superb entscheiden. Trotz der technischen Probleme bleibt das Fahrzeug mit seinem unschlagbaren Raumangebot und attraktiven Preisen ab etwa 5.000 Euro für die zweite Generation beziehungsweise 14.000 Euro für die dritte Generation eine interessante Option für platzbewusste Familien und Vielfahrer.



